Die aktuelle Tauchen Magazin 08 2017.
Manatees in Florida: Die Anzahl der faszinierenden Seekühe steigt wieder an.

Manatees in Florida: Die Anzahl der faszinierenden Seekühe steigt wieder an.

Manatees in Florida: Rekord von 6.250 Tieren an der Küste gezählt

In Florida wurden in diesem Frühling von der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission 6.250 Manatees gezählt. Ein Rekord für die faszinierende, gefährdete Tierart.

Sie sehen ja ein wenig ulkig aus: Die Manatees sind die Seekühe Floridas und bereits seit langer Zeit gefährdet. Jetzt gibt es positive Nachrichten zu vermelden: Dank ausgiebiger Tierschutzbestrebungen hat sich der Bestand gut erholt und eine absolute Rekordzahl von 6.250 Tieren wurden in den Gewässern um Florida gesichtet.

Anzahl der Manatees in Florida leicht gestiegen

Dabei sind die faszinierenden Seekühe recht gleichmäßig entlang der Küstenlinie verteilt: 3.292 Manatees wurden an der Ostküste – der Atlantikseite – und 2.958 an der Westküste – also der Seite des Golf von Mexiko – des südlichen US-Bundesstaats gezählt, wie die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) bekanntgab.

Die Manatees in Florida kennen kaum scheu und können beispielsweise beim Schnorcheln beobachtet werden. Foto: Wolfgang PoelzerEin Team aus 16 Beobachtern, die sich aus elf lokalen Organisationen zusammengefunden hatten, haben die Tiere in den verschiedenen Regionen Floridas gezählt und zusammengetragen. Mit 6.250 Manatees liegt die Anzahl der Tiere knapp über dem Vorjahreswert von 6.063. Sowohl 2015 als auch 2016 habe es sehr gute Beobachtungsbedingungen gegeben, berichtet die FWC-Biologin Dr. Holly Edwards: „Wetterverhältnisse haben starken Einfluss auf unsere Zählungen. Glücklichweise waren die Bedigungen während der diesjährigen Zählung sehr gut!“ Manatees migrieren im Winter in die wärmeren Gewässer südlich von Florida. Zum Anfang des Frühlings kehren sie dann wieder in den „Sunshine State“ im Süden der USA zurück.

Verschiedene Spezies von Manatees: Seekühe leben vom Amazonas bis Ägypten

Manatees werden in drei Spezies unterteilt. Obwohl sie sich alle stark ähneln, werden sie nach der Weltregion unterschieden, in der sie leben – entweder zwischen Florida und Brasilien, wie in diesem Fall, der Westküste Afrikas und drittens im Amazonasgebiet. Deutschen Tauchern sind die faszinierenden Tiere auch als Dugongs aus Ägypten bekannt – in der Region von Marsa Alam werden die Tiere regelmäßig von Tauchern und Schnorchlern gesichtet. Die harmlosen, neugierigen Pflanzenfresser können bis zu vier Meter lang werden und über eine halbe Tonne wiegen.

Video: Hautnah tauchen mit einer Seekuh

Manatees in Florida lange gefährdet

Die Manatee-Art in Florida (Trichechus manatus latirostris) ist bereits seit über 40 Jahren auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet eingestuft. Die Anzahl der Tiere war aufgrund von Wasserverschmutzung, Urbanisierung des Menschen in der Region und mehr menschlichen Kontakten immer weiter zurückgegangen. Entsprechend positiv ist das Echo auf die neusten Zählungen, die eine leichte Erholung der Population anzeigen. Im vergangenen Monat hat der US Fish and Wildlife Service erstmals vorgeschlagen, den Status der Seekühe von „gefährdet“, was der Definition nach nahe am Aussterben bedeutet, auf „bedroht“ zu ändern.

Die harmlosen, liebenswürdigen Seekühe werden in Florida jährlich gezählt. Diese Studien lassen nicht nur Rückschlüsse auf die Gesamtmenge der Tiere zu, sondern auch über deren Verteilung und ihre Lebensweise. Manatees leben im flachen Wasser entlang der Küste und müssen ungefähr alle 15 Minuten zum Atmen an die Oberfläche kommen. Im gesamten mittel- und südamerikanischen Raum leben geschätzte 13.000 Exemplare.