Patrouillenboot »P33«:Neues Wrack vor Maltas Küste.

Patrouillenboot »P33«:Neues Wrack vor Maltas Küste. © M. Strmiska

Neustart auf Malta – aber vorsichtig

Über 80 Prozent der Bevölkerung auf Malta sind vollständig gegen Covid-19 geimpft. Als erstes Land der Europäischen Union hat Malta die »Herdenimmunität« erreicht. Darüber hat TAUCHEN mit Michaela Hempel gesprochen, Senior Marketing Executive beim Fremdenverkehrsamt Malta – und natürlich darüber, was das für den Tauchtourismus vor Ort bedeutet.

Interview: Lars Brinkmann

Michaela Hempel, Senior Marketing Executive beim Fremdenverkehrsamt Malta.

Wie kam es, dass Malta Impf-Europameister ist? 

Malta, Gozo und Comino sind ein Inselstaat mir nur 520.000 Einwohnern. Daher ist die Zahl der zu impfenden Personen natürlich viel überschaubarer als in Deutschland. Hinzu kommt, dass Malta eine sehr gute medizinische Versorgung hat, so dass die Einwohner schnell erreicht werden konnten.  

Was bedeutet das für die Einreisebestimmungen für Deutsche, Österreicher und Schweizer?

Malta hat die Einreisebestimmungen sehr klar begrenzt und akzeptiert derzeit nur Touristen, die entweder durchgeimpft oder genesen (maximal sechs Monate) und geimpft sowie im Besitz des digitalen EU-Impfausweises mit vollständigem Impfschutz sind – und das seit mindestens 14 Tagen. Dies gilt für Reisende ab zwölf Jahren. Kinder von fünf bis elf Jahren müssen einen negativen PCR-Test vorlegen. Alle Einreisenden, die diesen Bestimmungen nicht entsprechen, sind zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet. Hierzu gibt es sehr detaillierte Bestimmungen, die auszuführen an dieser Stelle zu weit führt, jedoch auf unserer Website aufgelistet sind. 

Und wie sieht es vor Ort aus? »Hoch die Tassen« oder gibt es nach wie vor Vorsichtsmaßnahmen?

Auch hier waren die Malteser sehr aktiv und haben klare Konzepte für Hygiene- und Abstandsregeln entwickelt und umgesetzt. Erst in den letzten Wochen gab es verschiedene Lockerungen beispielsweise für den Besuch von Restaurants, zu der Anzahl von Personen an einem Tisch, zu öffentlichen und privaten Veranstaltungen und auch generell zur Maskenpflicht.  

Kommen wir zum Tauchen – wie läuft der Betrieb in den Tauchbasen?

Ich habe in den letzten Wochen viel Kontakt mit den Tauchbasen gehabt. Seit Juni sind auch die Basen wieder für Gäste aus dem Ausland geöffnet. Die Buchungen laufen gut an – wir hatten das ja bereits bei der Interdive 2020 aufgrund des hohen Interesses bemerkt. Jedoch ist es auch hier, wie bei allen anderen Reisen, aktuell noch ein sehr kurzfristiges Geschäft. Die Malta Tourism Authority hatte zu Beginn der Öffnung den Tauchmarkt mit Gutscheinen im Wert von 100,- Euro pro Reisendem unterstützt. Dies ist von vielen Tauchsportfreunden genutzt worden, und jetzt berichten mir die Basen auch verstärkt von Gruppenanfragen und Reisen für 2022. 

Gibt es auf den Tauchbasen besondere Bestimmungen? 

Auf den Tauchbasen gibt es klare Hygieneregeln, besonders natürlich auch die Atemregler betreffend. Alle Geräte müssen nach Gebrauch sorgfältig individuell gereinigt werden. Es wird empfohlen, pro Gast für die Dauer des Aufenthaltes eigenes Equipment bereitzustellen. Außerdem neue Mundstücke, die die Gäste auch mit in ihre Urlaubsunterkunft nehmen und für die Dauer des Kurses nutzen, so dass kein Tauchbasen-Kunde ein benutztes Mundstück vorfindet. 

Was gibt es sonst Neues für Taucher? Wir hörten da von neuen Wracks, die allerdings recht tief liegen.

Für die Vielfalt an Wracks sind die Maltesischen Inseln ja bekannt und auch sehr beliebt bei den Tauchern. Ganz aktuell wurde im Juli dieses Jahres nach langen Vorbereitungen wieder ein neues Wrack vor der Küste von Marsaskala versenkt: die P 33, ein in Deutschland gebautes Patrouillenboot. Und es gibt seit kurzem auch eine Vielzahl an historischen Wracks, die – das wird gerade die Techies freuen – jetzt den Tauchern zugänglich gemacht wurden. Dazu gibt es ein virtuelles Unterwassermuseum, wo man sich die Wracks schon vor der Reise mit 360 Grad und als VR-Modell anschauen kann. 

Wie auf der Interdive zu vernehmen war, wird auch das Apnoetauchen auf Malta immer beliebter. Was macht den Archipel so geeignet?

Die maltesischen Inseln sind umgeben vom klarsten Wasser im Mittelmeer mit Sichtweiten von bis zu 40 Metern. Es gibt kaum Strömungen oder Wellen, das macht es auch für Anfänger dieser Sportart sehr leicht. Malta bietet unterschiedliche Riffe und Höhlen sowie verschiedene Wracks auch bereits in geringen Tiefen. 
Die Auswahl an Spots gerade auch für Apnoetaucher ist sehr groß, denn desto geübter der Apnoetaucher, desto tiefer beziehungsweise länger kann er unter Wasser bleiben und die Unterwasserwelt um die maltesischen Inseln entdecken. Viele Tauchbasen bieten hier auch Kurse und Programme an. Das habe ich für meinen nächsten Urlaub auch schon auf der Liste.  


 
Weitere Infos: visitmalta.com oder malta.reise. Unter info@urlaubmalta.com können kostenfrei Broschüren und Infomaterial bestellt werden.