Luftaufnahme der Koralleninsel Siladen mit Strand, Siladen Resort & Spa und Riff im Bunaken-Nationalpark
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Tauchen in Nord-Sulawesi: Siladen und Coral Eye – das Streben nach Perfektion

Erwin Cornet und Fotograf Gerry de Cleen berichten aus zwei Partnerresorts in Nord-Sulawesi, Indonesien: Siladen Resort & Spa im Bunaken-Nationalpark mit Steilwänden, Meeresschildkröten und Blackwater-Tauchen, und Coral Eye auf Bangka, eine ehemalige Forschungsstation mit Makro-Hausriff und Ausflügen in die Lembeh-Straße. Mit Reiseinfos zu Anreise, Einreise, Reisezeit und Tauchbedingungen.

Gerry de Cleen

An der Nordspitze Sulawesis, wo Celebessee und Molukkensee zusammentreffen, liegen zwei Tauchresorts, die sich dem höchsten Anspruch verschrieben haben: Siladen Resort & Spa mitten im Bunaken-Nationalpark und Coral Eye auf der Insel Bangka, einst Forschungsstation von Meeresbiologen. Erwin Cornet und Fotograf Gerry de Cleen haben beide besucht und berichten von Steilwänden voller Meeresschildkröten, Seepferdchen in allen Farben, Blackwater-Tauchgängen und einem Service, an dem kaum etwas zu verbessern bleibt.

Text: Erwin Cornet
Fotos: Gerry de Cleen
Zuerst erschienen im niederländischen Tauchmagazin Duiken

Nur etwa viermal müssen wir mit den Flossen schlagen, und schon ist das nächste Seepferdchen entdeckt. So viele Seepferdchen in einem einzigen Tauchgang habe ich noch nie gesehen. Der Tauchplatz Yellow Coco ist dafür bekannt, aber damit hatten wir nicht gerechnet. Seinen Namen verdankt er den auffällig gelben Kokospalmen, die die nahe Küste der Insel Bangka säumen. Offenbar ist dieses Gelb auch auf einige der Seepferdchen übergegangen, die hier unterwegs sind. Neben all den anderen Schönheiten sehen wir Seepferdchen in groß und klein, in Schwarz und mit gemischten Farbmustern.

Gelbes Seepferdchen am Tauchplatz Yellow Coco vor der Insel Bangka in Nord-Sulawesi
Gelb wie die Kokospalmen an der Küste: Seepferdchen am Tauchplatz Yellow Coco vor Bangka. Foto: Gerry de Cleen

Doch bevor wir hier ankamen, lag schon die erste Hälfte der Reise hinter uns. Wir nehmen euch mit, von A bis Seepferdchen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Destination: Siladen (Bunaken-Nationalpark) und Bangka, Nord-Sulawesi, Indonesien
  • Lage: an der Nordspitze Sulawesis zwischen Celebessee und Molukkensee, Ausgangspunkt ist Manado
  • Resorts: Siladen Resort & Spa (Siladen) und Coral Eye (Bangka), seit 2022 Partnerresorts, gut kombinierbar
  • Tauchen: Steilwände und Meeresschildkröten bei Siladen, Korallenriffe, Pinnacles und Makro rund um Bangka, Tagesausflüge in die Lembeh-Straße möglich
  • Wassertemperatur: ganzjährig um 28 °C
  • Erfahrungsniveau: für alle Level, kleine Gruppen, auch für Schnorchler
  • Highlights: Meeresschildkröten, Seepferdchen, Pygmäenseepferdchen, Anglerfische, Nacktschnecken, Blackwater-Tauchen

Siladen Resort & Spa: Villen im Inselgarten

Das Resort, mit dem diese Reportagereise beginnt, besteht seit 2003 auf Siladen. Die kleine Koralleninsel liegt im Herzen des Bunaken-Nationalparks, umgeben von kristallklarem Wasser und spektakulären Korallenwänden. Unsere Garden View Villa „Alamanda“ ist 48 Quadratmeter groß und hat Klimaanlage, eine private Terrasse und ein luxuriös ausgestattetes Außenbad. Alles Wichtige liegt nur ein paar Schritte entfernt: die Tauchbasis, der Pool, ein kleiner Souvenirladen und die prächtige Hütte des Restaurants, die erst vor Kurzem ganz neu fertiggestellt wurde.

Neben unserer Villa gibt es elf weitere Garden View Villen, drei Luxusvillen mit 74 Quadratmetern und sechs „normale“ Villen mit 64 Quadratmetern direkt am Strand. Dazu kommen jeweils eine Villa am Strand und eine im Garten mit 120 Quadratmetern und gleich zwei Schlaf- und Badezimmern. Alle Villen sind aus Holz und Naturstein gebaut und fügen sich wunderbar in die Atmosphäre des Resorts ein. Den Abend beschließen wir mit einer gemütlichen Liveband und einem Abendessen mit Logenblick auf den atemberaubenden Sonnenuntergang über dem Vulkan Manado Tua. Was für ein Paradies hier entstanden ist!

Sonnenuntergang am Strand von Siladen mit dem Vulkan Manado Tua am Horizont
Abendstimmung am Strand von Siladen mit Blick auf den Vulkan Manado Tua. Foto: Gerry de Cleen

Schildkrötentag im Bunaken-Nationalpark

Laut Briefing können die Meeresschildkröten, die in diesem Gebiet häufig vorkommen, sehr nah herankommen. Es sind vor allem Grüne Meeresschildkröten und die etwas kleineren Echten Karettschildkröten. Deshalb der Hinweis, sie nicht anzufassen oder zu umarmen. Ich muss lachen. Umarmen? Kommt das wirklich vor? Ja, es ist tatsächlich einmal passiert, und seitdem gehört der Satz ins Briefing. Ich versuche mir vorzustellen, wie das unter Wasser aussehen soll, und bei den anderen Gästen im Briefing heiße ich die nächsten Tage nur noch „The Turtle Hugger“. Im Moment natürlich witzig. Ernsthaft betrachtet ist es aber kaum zu fassen, dass man so etwas aus Respekt vor diesen wunderbaren Tieren überhaupt ansagen muss.

Der Bunaken-Nationalpark liegt nur einen Katzensprung von Siladen entfernt. Wir machen, wie das hier perfekt möglich ist, zwei Tauchgänge an spektakulären Korallenwänden, Gerry und ich begleitet von einem privaten Guide. Die Schildkröten sehen wir an der Wand entlangschwimmen, auf vorspringenden Korallenblöcken schlafen oder in Nischen im Fels liegen, die fast wie maßgeschneidert wirken. Alle Tiere scheinen zu tun und zu lassen, was sie wollen. An diesen steilen, senkrechten Wänden ist immer irgendwo ein bequemes Plätzchen frei. Mindestens zwanzig müssen wir gezählt haben.

Taucherin neben einer Grünen Meeresschildkröte an einer Steilwand im Bunaken-Nationalpark
An den Steilwänden des Bunaken-Nationalparks ruhen Meeresschildkröten in den Nischen des Riffs. Foto: Gerry de Cleen

Nächtlicher Besuch am Strand

Wenn wir den Tag nach diesen Tauchgängen schon für uns zum Schildkrötentag erklärt haben, will Mutter Natur dem noch eins draufsetzen. Während des Abendessens am Strand kriecht eine große Grüne Meeresschildkröte auf den Strand des Resorts. Ein surrealer Anblick. Wir haben heute schon so viele gesehen, aber das macht den Tag wirklich komplett. Die Schildkröte sucht einen Platz für ihre Eier und nimmt diese Aufgabe sehr ernst. Mit den Vorderflossen schaufelt sie kraftvoll Sand nach hinten. Das wiederholt sich einige Male, dabei wechselt sie immer wieder den Ort, nur der beste Platz ist gut genug. Was für eine Kraft und Anstrengung, und was für ein Moment, das mit eigenen Augen zu erleben!

Die Managerin erzählt, dass im Vormonat weiter hinten am Resortstrand ebenfalls Eier gelegt wurden. Damals wurde das Tier selbst nicht gesehen, nur seine Spuren. Das Nest wurde sofort gesichert und eingezäunt. Am Ende wählt auch die Schildkröte von heute Abend einen Platz in der Nähe dieses Nestes. Vielleicht ist es dasselbe Tier, denn Grüne Meeresschildkröten können in einer Saison drei- bis sechsmal zur Eiablage an den Strand zurückkehren.

Grüne Meeresschildkröte gräbt nachts am Strand des Siladen Resort ein Nest für die Eiablage
Während des Abendessens kriecht eine Grüne Meeresschildkröte zur Eiablage auf den Strand des Resorts. Foto: Gerry de Cleen

Work in progress

Die beiden Vormittagstauchgänge sind vorbei, und Gerry und ich sind wieder begeistert von dem, was wir gesehen haben: ein Pygmäenseepferdchen, mehrere knallbunte Nacktschnecken und Orang-Utan-Krabben, versteckt in Blasenkorallen. Die Krabbe nutzt die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen der Koralle als perfektes Versteck vor Fressfeinden. Weil die Tiere sehr klein und scheu sind, verkriechen sie sich tief zwischen den Blasen, und es ist eine Herausforderung, sie zu finden. Für unseren Guide ist das zum Glück kein Problem, er zeigt uns gleich eine ganze Reihe. Überhaupt geben sich die Guides die ganze Zeit größte Mühe, uns die besonderen Tiere zu zeigen. Wer einen speziellen Wunsch hat, kann ihn einfach mitteilen.

Orang-Utan-Krabbe versteckt zwischen den Bläschen einer Blasenkoralle
Gut versteckt zwischen den Bläschen einer Blasenkoralle: eine Orang-Utan-Krabbe. Foto: Gerry de Cleen

Nach den Tauchgängen essen wir am Gruppentisch zu Mittag. Das ist freiwillig, aber es ist gesellig, mit anderen Gästen und einem Teil der Mitarbeiter Geschichten auszutauschen. Einer der Architekten des Siladen Resorts sitzt mit am Tisch und erzählt vom „Work in progress“: Ein neues Corporate Design sei in Arbeit, und es dauere noch ein kleines bisschen, bis die neue Küche fertig ist. Ich schaue verblüfft auf meinen Teller voller köstlicher, frisch zubereiteter Häppchen und Früchte. Das alles wird also im Moment noch provisorisch hinter den Kulissen zubereitet, bis die neue Küche in Betrieb geht. Unglaublich, dass die Gäste davon nichts mitbekommen. Dasselbe denken wir über die Erneuerung des Resorts und des Auftritts. Was gibt es hier eigentlich noch zu optimieren? Zum ersten Mal geht mir der Titel dieser Reportage durch den Kopf.

Blackwater-Tauchen vor Siladen

Obwohl heute Abend im geräumigen Baumhaus des Resorts eine Yogastunde stattfindet, entscheiden Gerry und ich uns für einen Blackwater-Tauchgang. Eine halbe Stunde fahren wir durch die Stockfinsternis zu der Stelle, an der wir abtauchen und die Lampen in die Tiefe gelassen werden. Gut eine Stunde lang suchen wir nach Fischen im Larvenstadium. Alles Mögliche treibt vorbei, von winzigen Quallen über kleine Tintenfische bis zu einem wunderschönen, etwas größeren Fisch: einem Halfterfisch, auch Maurischer Götze genannt (Zanclus cornutus). In diesem frühen Lebensstadium ist sein Körper halb durchsichtig, und die dritte Rückenflosse läuft in einen extrem langen, fadenartigen Strahl aus. Für Gerry ist das wieder eine neue und durchaus anspruchsvolle Art zu fotografieren, aber zum Glück ist der Halfterfisch im Kasten.

Halb durchsichtige Larve eines Halfterfischs mit langer Rückenflosse im Lampenlicht beim Blackwater-Tauchen vor Siladen
Halb durchsichtig und mit fadenlanger Rückenflosse: ein junger Halfterfisch beim Blackwater-Tauchgang. Foto: Gerry de Cleen

Neben Blackwater- sind auch Bonfire-Tauchgänge möglich. Der Unterschied liegt vor allem in der Platzierung der Lampen und in der Tiefe. Bei Siladen, wo es eher um größere Tiefen geht, spricht man vom Blackwater-Tauchen: Die hellen LED-Lampen hängen an einer senkrechten Leine tief in der Wassersäule. Wer Siladen mit Coral Eye auf Bangka kombiniert, was sehr zu empfehlen ist, macht dort eher einen Bonfire-Tauchgang. Er findet in der Regel näher an der Küste und etwas flacher statt. Die Lampen werden dabei auf den Meeresboden gestellt, um Makroleben anzulocken, statt frei im Wasser zu hängen.

Mit dem Walkie-Talkie zum Gruppenfoto

Die Tage im Siladen Resort neigen sich dem Ende zu. Morgen geht es per Boot weiter zu Coral Eye auf Bangka, unterwegs sind noch zwei Tauchgänge drin. Vorher aber machen wir ein Gruppenfoto mit möglichst vielen Mitarbeitern. Die Managerin steht schon am Nachmittag mit ihrem Walkie-Talkie bereit: „Kann bitte jeder zum Pool kommen?“ Dann dreht sie sich strahlend zu Gerry und mir um: „Wow, ich habe noch nie mein gesamtes Team gleichzeitig an einen bestimmten Ort gerufen!“ Die Begeisterung ist ansteckend, auch das Team geht beim Fotoshooting voll mit.

Gruppenfoto des Teams des Siladen Resort & Spa am Pool
Per Walkie-Talkie zusammengerufen: das Team des Siladen Resort & Spa. Foto: Gerry de Cleen

Wir sind gespannt, wie es weitergeht. Steht das Tauchen rund um Siladen vor allem im Zeichen spektakulärer Korallenwände, ist Bangka für üppige Korallenriffe, farbenprächtige Pinnacles und reiches Makroleben bekannt.

Coral Eye: vom Forschungsposten zum Boutique-Resort

Coral Eye entstand 2009 als Initiative von vier Meeresbiologen, die mitten im Korallendreieck eine Forschungsbasis aufbauen wollten. Seit 2013 empfängt das Resort auch Touristen und finanziert damit wissenschaftliche Forschung, Umweltprojekte und Stipendien. Seit der Partnerschaft mit dem Siladen Resort & Spa im Jahr 2022 bietet Coral Eye dasselbe hohe Niveau an Luxus und Komfort. Das Resort hat 15 stilvolle Villen, einen modernen Strandpavillon mit Restaurant, Loungebar und Pool (eröffnet 2025) sowie einige stimmungsvolle Zimmer im charakteristischen Gebäude des Marine Outpost. Ob Beach Villa, Garden Villa oder Privatvilla mit Pool: Überall stehen Raum, Ruhe und ein wunderbarer Ausblick im Mittelpunkt.

Holzvilla des Resorts Coral Eye auf der Insel Bangka
Viel Holz, viel Raum: eine der Villen im Coral Eye auf Bangka. Foto: Gerry de Cleen

Spektakuläres Hausriff

Bei Coral Eye starten wir mit einem Nachttauchgang am Hausriff. Hier entdecken wir eins nach dem anderen: Anglerfische und Fangschreckenkrebse, darunter goldfarbene. Was ich an Nachttauchgängen immer mag, ist dieses dunkle, etwas spannendere Gefühl unter Wasser. Manchmal muss man allerdings aufpassen, wenn Fische vorbeischießen oder Feuerfische einem näher kommen, als einem lieb ist. Wir sehen die wunderschöne, schwarz-grün gepunktete Nacktschnecke Nembrotha cristata in einer sehr fotogenen Haltung. Hinterher erfahren wir vom Guide, dass diese Haltung bedeutet, dass das Tier schläft. Wieder etwas gelernt!

Schwarze Nacktschnecke Nembrotha cristata mit grünen Tupfen am Hausriff von Coral Eye
Schwarz mit grünen Tupfen: die Nacktschnecke Nembrotha cristata am Hausriff von Coral Eye. Foto: Gerry de Cleen
Roter Anglerfisch am Hausriff von Coral Eye auf Bangka
Anglerfische in allen Farben und Größen gehören bei Coral Eye zum Tagesprogramm. Foto: Gerry de Cleen

Verrückter Papageifisch und ein Vortrag über Schwämme

Während Gerry es kaum erwarten kann, ins Tauchboot nach Lembeh zu steigen, gönne ich mir eine ruhige halbe Stunde extra, bevor ich mich den „normalen“ Tauchbooten anschließe, die rund um Bangka ausfahren. Die Lembeh-Straße gilt natürlich als die Hauptstadt des Muck-Tauchens und liegt von Bangka aus nur etwa eine Bootsstunde entfernt. Ich lasse den schwarzen Sand gern an mir vorüberziehen und entscheide mich für Farbe im Überfluss. Riesige Felder knallbunter Weichkorallen wiegen sich in der Strömung. Schnell entdecke ich eine Geistermuräne, doch meine Aufmerksamkeit gilt vor allem einem neugierigen Papageifisch. Er hängt schon eine Weile über dem Guide und benimmt sich auffällig. Plötzlich schießt er wie eine Rakete über die Schulter in dessen Jacket! Kurz darauf windet er sich wieder heraus und bleibt noch eine Weile an seiner Seite, als würde er gratis Taxi fahren. Der Guide hat nichts gemerkt. Als ich ihm später mein Foto zeige, schaut er mich mit großen Augen an, und wir müssen beide lachen.

Junge schwarze Geistermuräne schaut aus ihrer Höhle vor Bangka
Eine junge, noch schwarze Geistermuräne zwischen den Weichkorallenfeldern vor Bangka. Foto: Gerry de Cleen

Vor dem Abendessen halten die Meeresbiologen, die hier noch studieren, einen Vortrag über Schwämme. Natürlich sind wir dabei, es ist immer schön, mehr über das zu erfahren, was einem unter Wasser begegnet. Mit einem Drink und einer Schale Popcorn vor uns muss ich unwillkürlich an die Popcorn-Garnele denken, die ich am Nachmittag gesehen habe. Der Vergleich bleibt großartig. Beim Abendessen glauben wir dann endlich, das erste Minuspünktchen des Resorts entdeckt zu haben. Bei unserem köstlichen Sechs-Gänge-Menü erscheint statt des versprochenen Schokoladen-Fondants plötzlich ein Ananastatar. Kein Problem, auch das schmeckt hervorragend. Fünf Minuten später folgt doch noch der Fondant. Das Ananastatar war einfach ein Pre-Dessert.

Part of the family

Vom Marine Outpost läuft Gerry inzwischen in Badehose zur Tauchbasis, das Wohlfühlniveau steigt von Tag zu Tag. Anglerfische in verschiedenen Farben und Größen sind mittlerweile an der Tagesordnung. Nachdem wir auch die lang ersehnte Prachtsepia (nach der wir eine Weile suchen mussten) und die wunderschöne „Tiger Butterfly“-Nacktschnecke abhaken konnten, beginnt auch in diesem Resort, wieder mit einem Gruppenfoto des Teams, die letzte Phase.

Farbenprächtige Tiger-Butterfly-Nacktschnecke auf dem Riff vor Bangka
Abgehakt: die farbenprächtige „Tiger Butterfly“-Schnecke vor Bangka. Foto: Gerry de Cleen

Wie sehr werden wir die geselligen Abende mit köstlichem Essen vermissen. Auch beim letzten Abendessen wird mehr gelacht als gegessen, wieder zusammen mit den Managern des Resorts, den Meeresbiologen und den niederländischen Gästen. Wir sind dankbar, mit eigenen Augen gesehen zu haben, dass beide Resorts zu echten luxuriösen Öko-Destinationen von Weltklasse gewachsen sind.

Fazit

Siladen und Coral Eye ergänzen sich ideal: hier die Steilwände des Bunaken-Nationalparks mit ihren Meeresschildkröten, dort die Pinnacles, Weichkorallenfelder und Makroschätze rund um Bangka, dazu die Lembeh-Straße in Reichweite. Beide Resorts verbinden Luxus mit kleinen Tauchgruppen, aufmerksamen Guides und echtem Engagement für Meeresforschung und Naturschutz. Wer Nord-Sulawesi noch auf seiner Liste hat, sollte sich hier verwöhnen lassen und „part of the family“ werden, wie das Team von Siladen es so schön nennt und wie wir es tatsächlich erlebt haben.

Gut zu wissen

  • Kleine Tauchgruppen: Siladen und Coral Eye haben jeweils fünf Tauchboote. Wo möglich, hat man einen Tauchplatz für sich allein.
  • Auch für Schnorchler: Beide Resorts haben schöne Hausriffe und bieten viele Aktivitäten für Nichttaucher.
  • Mehr als Tauchen: Kajak, Stand-up-Paddling, Delfinbeobachtung, Golf, Ausflüge in den Tangkoko-Nationalpark oder ins Hochland der Minahasa.
  • Entspannung: Beide Resorts haben ein Spa mit Massagen.
  • Lihunu: Von Coral Eye sind es rund zwei Kilometer zu Fuß in dieses ursprüngliche Dorf, dessen Bewohner Gäste herzlich empfangen.
  • Lehrreich: Regelmäßig gibt es Vorträge, unter anderem über Korallen, Schwämme, Schildkröten, Unterwassergeräusche und Naturschutz.
  • Plastikfreies Riff: Beide Resorts unterstützen die No Trash Triangle Initiative (NTTI), die gegen Plastikmüll in der Region kämpft.
  • Logbuch inklusive: Alle betauchten Plätze werden notiert. Am Ende des Aufenthalts gibt es eine komplette Übersicht per E-Mail oder auf Papier.

Reiseinfo: Siladen und Bangka

DestinationNord-Sulawesi (Provinz Sulawesi Utara), Indonesien. Siladen ist eine der fünf Inseln des 1991 gegründeten Bunaken-Nationalparks vor Manado. Bangka liegt vor der Nordspitze Sulawesis im Regierungsbezirk Nord-Minahasa, zwischen Bunaken und der Lembeh-Straße.
AnreiseMit Umsteigeverbindung, zum Beispiel über Jakarta oder Singapur, nach Manado (Flughafen Sam Ratulangi, MDC). Nach Siladen geht es rund 30 Minuten per Auto zum Hafen und weitere 30 Minuten per Speedboot, nach Coral Eye dauert der Transfer etwa 90 Minuten. Zwischen beiden Resorts organisieren die Teams den Bootstransfer, auf Wunsch mit zwei Tauchgängen unterwegs.
EinreiseDeutsche Staatsangehörige brauchen ein Visum. Möglich ist ein Visum bei Ankunft (Visa on Arrival) oder vorab online als e-VOA, jeweils für 30 Tage, einmal um 30 Tage verlängerbar, Gebühr 500.000 Rupiah. Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Vor der Ankunft ist die kostenlose Online-Registrierung über die All Indonesia Arrival Card Pflicht. Aktuelle Hinweise beim Auswärtigen Amt.
ReisezeitNord-Sulawesi ist ganzjährig betauchbar. Die regenreicheren Monate liegen etwa zwischen November und April, die Regenzeit fällt hier aber milder aus als in anderen Teilen Indonesiens.
TauchbedingungenWassertemperatur ganzjährig um 28 °C, ein 3-mm-Anzug reicht. Bei Siladen und im Bunaken-Nationalpark Steilwände mit oft sehr guter Sicht, rund um Bangka Korallenriffe, Pinnacles und teils Strömung, in der Lembeh-Straße Muck-Tauchen auf schwarzem Sand. Blackwater-Tauchgänge (Siladen) und Bonfire-Tauchgänge (Coral Eye) werden angeboten.
TauchlevelFür alle Level geeignet, auch für Einsteiger und Schnorchler. Kleine Gruppen und private Guides sind möglich.
ResortsSiladen Resort & Spa, Villen von 48 bis 120 m² → siladen.com · Coral Eye Boutique Resort & Marine Outpost, Bangka → coral-eye.com. Beide Resorts lassen sich mit einer Buchung kombinieren.

FAQ: Tauchen in Nord-Sulawesi

Wo liegen Siladen und Bangka?

Beide Inseln liegen an der Nordspitze der indonesischen Insel Sulawesi. Siladen gehört zum Bunaken-Nationalpark vor der Provinzhauptstadt Manado, Bangka liegt weiter nordöstlich zwischen Bunaken und der Lembeh-Straße.

Wie kommt man nach Siladen und Coral Eye?

Man fliegt mit Umsteigen nach Manado. Nach Siladen dauert der Transfer per Auto und Speedboot etwa eine Stunde, nach Coral Eye auf Bangka rund 90 Minuten. Zwischen den Resorts fährt man per Boot und kann unterwegs tauchen.

Wann ist die beste Reisezeit für Nord-Sulawesi?

Getaucht wird das ganze Jahr. Zwischen etwa November und April regnet es häufiger, die Unterwasserbedingungen bleiben aber gut.

Wie warm ist das Wasser?

Ganzjährig um 28 °C. Ein 3-mm-Anzug genügt den meisten Tauchern.

Für wen eignet sich das Tauchen bei Siladen und Bangka?

Für alle Erfahrungsstufen. Die Resorts tauchen in kleinen Gruppen, auf Wunsch mit privatem Guide. Auch Schnorchler und Nichttaucher finden schöne Hausriffe und viele Aktivitäten.

Was ist der Unterschied zwischen Blackwater- und Bonfire-Tauchen?

Beim Blackwater-Tauchen hängen starke Lampen an einer Leine tief im freien Wasser und locken Larven und Planktontiere an. Beim Bonfire-Tauchen stehen die Lampen flacher und küstennah auf dem Meeresboden und ziehen Makroleben an.

Kann man von Bangka aus in der Lembeh-Straße tauchen?

Ja. Die Lembeh-Straße liegt von Bangka aus etwa eine Bootsstunde entfernt, Coral Eye bietet Tagesausflüge dorthin an.

Über die Autoren

Erwin Cornet hat die Reportage für das niederländische Tauchmagazin Duiken geschrieben, Gerry de Cleen hat die Bilder gemacht. Beide waren im Juni 2026 im Siladen Resort & Spa und bei Coral Eye in Nord-Sulawesi unterwegs.

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Dieser Beitrag von Erwin Cornet (Text) und Gerry de Cleen (Fotos) erschien zuerst im niederländischen Tauchmagazin Duiken. Er wurde für tauchen.de aus dem Niederländischen übersetzt und redaktionell bearbeitet.