Intaktes Korallenriff vor Alor in Ostindonesien mit Tonnenschwamm und zahlreichen Rifffischen
Reise Tauchsafaris

Tauchen in Alor und Komodo: Safari durch Indonesien

Mit der Gaia Love von Komodo nach Alor: Strömungstauchen, intakte Korallenriffe, Muck Diving und Begegnungen mit der Inselwelt Ostindonesiens.

Claudia Weber-Gebert

Von den strömungsreichen Kanälen Komodos bis zu den abgelegenen Riffen Alors führt diese Tauchsafari durch einige der artenreichsten Gewässer Indonesiens. Intakte Korallenriffe, spektakuläre Drifttauchgänge und außergewöhnliche Makromotive prägen die Reise an Bord der Gaia Love.

Tauchsafarischiff Gaia Love vor der Küste von Alor
Die Gaia Love ankert während der Tauchsafari vor einer Insel der Alor-Region.

Tauchen in Alor und Komodo: Safari durch Indonesien

Die indonesischen Inselregionen Komodo, Flores und Alor liegen im Herzen des Korallendreiecks zwischen Floressee, Bandasee und Sawusee. Wer mit der Gaia Love von Labuan Bajo bis nach Alor reist, erlebt eine Tauchsafari durch einige der artenreichsten Meeresgebiete der Erde – mit starken Strömungen, spektakulären Riffen und überraschenden Begegnungen über und unter Wasser.

Start in Labuan Bajo

Nach mehreren Reisen an Bord der Gaia Love fühlt sich die Rückkehr beinahe wie Heimkommen an. Die Crew begrüßt bekannte Gäste, die großzügigen Kabinen sind schnell bezogen, und nach dem Briefing steht die Route fest: Von Labuan Bajo im Westen von Flores geht es über den Komodo-Nationalpark entlang der Nord- und Ostküste von Flores bis nach Alor.
Wetter und Seegang können die Planung verändern, doch genau das macht einen Teil des Reizes einer Tauchsafari in Indonesien aus.

Komodo: Strömungen und Drachen

Komodo zählt zu den bekanntesten Tauchregionen der Welt. Vor allem im August herrschen hier ideale Bedingungen für erfahrene Taucher.
Bevor es unter Wasser geht, steht ein Besuch bei den berühmtesten Bewohnern des Nationalparks auf dem Programm: den Komodo-Waranen. Früh am Morgen, noch bevor die Tagesausflügler eintreffen, führt der Weg durch die trockene Landschaft der Insel. Die Warane bewegen sich frei in ihrem natürlichen Lebensraum und wirken mit ihrer Größe und Gelassenheit ebenso faszinierend wie respektgebietend.

Komodo-Waran auf einem Wanderweg im Komodo-Nationalpark in Indonesien
Ein Komodo-Waran kreuzt den Wanderweg im Komodo-Nationalpark und zeigt sich in seiner natürlichen Umgebung.

Unter Wasser zeigt sich schnell, warum Komodo weltweit einen legendären Ruf besitzt. Kühles, nährstoffreiches Wasser aus der Sawusee sorgt für außergewöhnlich gesunde Riffe und eine enorme Artenvielfalt. Riesige Fischschwärme, farbenprächtige Weichkorallen, gewaltige Gorgonien und mächtige Tonnenschwämme prägen das Bild.

An Tauchplätzen wie Crystal Rock, Shotgun oder Batu Bolong bestimmen die Gezeiten den Charakter des Tauchgangs. Mal herrscht nahezu Stillwasser, wenige Stunden später können starke Strömungen auftreten. Besonders Abwärtsströmungen erfordern Erfahrung und eine gute Tarierung.

Flores: Korallengärten und Steilwände

Östlich von Komodo verändert sich die Unterwasserlandschaft. Das Wasser wird etwas wärmer, die Sichtweiten nehmen leicht ab, dafür erwarten Dich ausgedehnte Korallengärten und abwechslungsreiche Topografien.

Tauchplätze wie Gosong Boni oder Bacatan bieten eine Mischung aus Steilwänden, Hartkorallenfeldern und sandigen Arealen für Makrofans. Während Haie, Schildkröten und Napoleon-Lippfische regelmäßig gesichtet werden, suchen die Guides gleichzeitig nach den kleinsten Bewohnern des Riffs.

Auch über Wasser bleibt die Reise abwechslungsreich. In geschützten Buchten leben große Kolonien von Flughunden, die tagsüber in den Bäumen ruhen. Wer zwischen den Tauchgängen aktiv bleiben möchte, kann mit Kajak oder Stand-up-Paddle die Küsten erkunden.

Pantar: Gesunde Riffe fernab des Massentourismus

Südlich von Flores erreicht die Gaia Love die Gewässer rund um Pantar. Die Region ist nur schwer zugänglich und wird fast ausschließlich von Tauchsafarischiffen besucht.
Hier zeigt sich, wie intakte Korallenriffe aussehen können. Die Korallenlandschaften wirken außergewöhnlich gesund, Fischschwärme ziehen über die Riffflächen, und die geringe touristische Nutzung hat sichtbare Spuren hinterlassen – nämlich kaum welche.

Mit dem Einfluss der Sawusee sinken die Wassertemperaturen auf etwa 25 Grad Celsius. Nach dem Tauchgang sind die heiße Dusche am Heck und eine Tasse Ingwertee daher besonders willkommen.

Türkisfarbenes Flachriff vor Flores mit Inselkulisse und Tauchsafarischiff Gaia Love
Luftaufnahme eines ausgedehnten Flachriffs vor Flores mit kristallklarem Wasser und der Gaia Love am Horizont.

Alor: Strömungstauchen zwischen drei Meeren

Alor gilt unter Indonesien-Kennern als Geheimtipp. Die Inselgruppe liegt dort, wo die Wassermassen der Floressee, Bandasee und Sawusee aufeinandertreffen.
Der erste Tauchgang führt zum Hausriff von Pak Jans Village vor Pura Island. Bereits bei der Ankunft paddeln Kinder des Dorfes in kleinen Auslegerbooten hinaus und begrüßen die Besucher. Nach dem Tauchgang demonstrieren sie ihre beeindruckenden Fähigkeiten als Fischer und Taucher.

Unter Wasser prägen starke Gezeitenströmungen das Geschehen. Die Temperatur kann innerhalb kurzer Zeit deutlich schwanken. Während manche Bereiche angenehm warm erscheinen, können an anderen Stellen plötzlich Wassermassen von nur 22 Grad Celsius aufsteigen.
Diese Bedingungen sorgen jedoch für außergewöhnlich gesunde Korallenbestände. Korallenbleiche spielt in der Region bislang nur eine untergeordnete Rolle. Drifttauchgänge entlang farbenprächtiger Riffe, große Fischschwärme und Begegnungen mit Haien gehören hier zum Alltag. Mit etwas Glück lassen sich sogar Hammerhaie beobachten.

Kalabahi: Muck Diving auf höchstem Niveau

Zum Abschluss der Reise steuert die Gaia Love die Kalabahi-Bucht an. Die geschützten Gewässer gelten als eines der besten Muck-Dive-Gebiete Indonesiens.
Hier suchen die Guides nach winzigen Lebewesen, die selbst geübte Taucher leicht übersehen würden. Zwergseepferdchen, Garnelen, Anglerfische, Nacktschnecken und Fransen-Drachenköpfe gehören zu den begehrten Motiven für Unterwasserfotografen.

Kleine weiße Porzellankrabbe auf einer violetten Weichkoralle im Komodo-Nationalpark
Eine winzige Porzellankrabbe sitzt geschützt zwischen den Polypen einer violetten Weichkoralle.

Nach zehn Tagen endet die Safari in Kalabahi. Wer noch Zeit mitbringt, kann die Region verlängern. Vor Alor bestehen saisonal Chancen auf Begegnungen mit Blauwalen, die regelmäßig durch die Gewässer ziehen.

Die Gaia Love

Die Gaia Love ist ein 40 Meter langes Stahlschiff mit zehn Kabinen für maximal 20 Gäste. Das moderne Liveaboard wurde konsequent auf die Bedürfnisse von Tauchern ausgerichtet.
Besonders Fotografen profitieren vom klimatisierten Kameraraum mit zahlreichen Ladeplätzen, separaten Spülbecken und großzügigen Arbeitsflächen. Drei bis vier Tauchgänge täglich gehören zum Standardprogramm, Nitrox ist verfügbar.

Durch die stabile Bauweise liegt das Schiff auch bei längeren Überfahrten vergleichsweise ruhig im Wasser – ein Vorteil für Gäste, die empfindlich auf Seegang reagieren.

Fazit

Die Route von Komodo nach Alor verbindet einige der spektakulärsten Tauchgebiete Indonesiens. Während Komodo mit weltberühmten Strömungstauchgängen lockt, begeistern Flores und Pantar durch ihre intakten Korallenlandschaften. Alor schließlich kombiniert außergewöhnliche Artenvielfalt mit einem Maß an Ursprünglichkeit, das in vielen anderen Regionen längst verloren gegangen ist.
Wer Erfahrung im Strömungstauchen mitbringt und eine der artenreichsten Unterwasserwelten der Erde erleben möchte, findet auf dieser Route eine der spannendsten Tauchsafaris Indonesiens.

Dieser Reisebericht wurde von Claudia Weber-Gebert verfasst und erschien erstmals in TAUCHEN Ausgabe 02/2026. Für die Veröffentlichung im Web wurde er leicht redaktionell angepasst. Weitere Reisereportagen, Tauchsafaris und Revierberichte findest du auf tauchen.de.

Federstern auf einer Gorgonie vor blauem Freiwasser bei Pantar
Federsterne gehören zu den charakteristischen Wirbellosen der strömungsreichen Riffe rund um Pantar.

Komodo-Nationalpark: https://whc.unesco.org/en/list/609
Tourismus Indonesien: https://www.indonesia.travel

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FAQ: Tauchen in Alor und Komodo

Für wen eignet sich die Tauchsafari von Komodo nach Alor?

Wann ist die beste Reisezeit für Komodo und Alor?

Die Monate zwischen April und November gelten allgemein als beste Reisezeit. Komodo bietet insbesondere im August oft sehr gute Sichtweiten und stabile Bedingungen. In Alor können die Bedingungen je nach Strömung und Jahreszeit stärker variieren.

Wie kalt wird das Wasser in Alor?

Während vor Flores meist Wassertemperaturen zwischen 27 und 29 Grad Celsius herrschen, können die Temperaturen in Süd-Alor auf etwa 22 bis 25 Grad Celsius fallen. Ein 5-Millimeter-Anzug oder zusätzliche Eisweste und Kopfhaube sind empfehlenswert.

Welche Tiere kann man beim Tauchen in Alor und Komodo sehen?

Zu den häufigen Sichtungen gehören Riffhaie, Schildkröten, Napoleon-Lippfische, Makrelen, Schnapper und große Fischschwärme. In Alor bestehen zudem Chancen auf Hammerhaie. Bei Muck Dives lassen sich Seepferdchen, Anglerfische, Nacktschnecken und Fransen-Drachenköpfe entdecken.

Ist Korallenbleiche in Komodo und Alor ein Problem?

Die Regionen profitieren von regelmäßig einströmendem, kühlerem Tiefenwasser. Dadurch sind viele Riffe noch in sehr gutem Zustand. Im Vergleich zu zahlreichen anderen Tropenregionen spielt Korallenbleiche hier bislang eine deutlich geringere Rolle.

Wie viele Tauchgänge werden pro Tag angeboten?

Auf der Gaia Love stehen in der Regel drei bis vier Tauchgänge pro Tag auf dem Programm. Dazu gehören Früh-, Vormittags- und Nachmittagstauchgänge sowie – wenn die Bedingungen es zulassen – Nachttauchgänge.

Eignet sich die Route für Unterwasserfotografen?

Ja. Die Kombination aus Großfisch, Fischschwärmen, Korallenlandschaften und außergewöhnlichen Makromotiven macht die Route besonders attraktiv für Fotografen. An Bord der Gaia Love steht zudem ein klimatisierter Kameraraum mit Ladeplätzen und Arbeitsflächen zur Verfügung.

Wie gelangt man nach Alor?

Die Safari beginnt üblicherweise in Labuan Bajo auf Flores und endet in Kalabahi auf Alor. Da Flugverbindungen wetterbedingt ausfallen oder verschoben werden können, empfiehlt sich bei internationalen Anschlussflügen ein zusätzlicher Puffertag.

Was macht Alor als Tauchziel besonders?

Alor gilt als eines der ursprünglichsten Tauchgebiete Indonesiens. Die abgelegene Lage, geringe Besucherzahlen, gesunde Korallenriffe und die Mischung aus Strömungstauchgängen und erstklassigen Muck-Dive-Spots machen die Region für viele Indonesien-Kenner zu einem Geheimtipp.

Kann man in Alor Blauwale sehen?

Ja. Die Gewässer rund um Alor zählen zu den wenigen Regionen Indonesiens, in denen regelmäßig Blauwale gesichtet werden. Die Wahrscheinlichkeit hängt jedoch stark von Saison, Wetter und Wanderbewegungen der Tiere ab. Eine Sichtung kann nicht garantiert werden.