Eine Weddellrobbe in der Antarktis.

Eine Weddellrobbe in der Antarktis. © Shutterstock

Antarktische Meeres-Ökosysteme brauchen lokalen & globalen Schutz 

Laut eines Gutachtens von Antarktisforschern, das auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow vorgestellt wurde, müssen sofortige Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels auf globaler Ebene stattfinden.

Die Ökosysteme der Antarktis und des Südlichen Ozeans stehen unter zunehmendem Druck durch den globalen Klimawandel und direkte menschliche Einflüsse. Um diese Ökosysteme und ihren gesellschaftlichen Nutzen weltweit zu schützen, sind entschlossene, sofortige Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels auf globaler Ebene sowie ein wirksames Management auf lokaler Ebene erforderlich. Das sind die Ergebnisse eines Gutachtens von Antarktisforschenden, das auf der UN-Klimakonferenz vorgestellt wurden. Das erste Gutachten der Meeresökosysteme im Südlichen Ozean (Marine Ecosystem Assessment for the Southern Ocean - MEASO, 2021) hat gezeigt, dass sich die Ökosysteme in der Antarktis und im Südlichen Ozean aufgrund des globalen Klimawandels und der direkten Auswirkungen des Menschen erheblich verändern. MEASO ist eine internationale Zusammenarbeit von über 200 Forschenden aus 19 Ländern unter Beteiligung des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), die ihre Ergebnisse und deren Bedeutung auf der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow vorstellten. 
 
Der Südliche Ozean ist von globaler Bedeutung für die Klimaregulierung, indem er atmosphärisches CO2 aufnimmt, die Weltmeere sowie das Ozean-Klimasystem miteinander verbindet und Heimat für wichtige Arten und ihre Leistungen für das Ökosystem ist. Der globale Klimawandel und die Versauerung der Ozeane wirken sich auf den Zustand und die Produktivität des Südlichen Ozeans aus, was wiederum Auswirkungen auf diese kritischen Prozesse sowie auf die regionale Fischerei (z. B. den antarktischen Krill) und andere Ökosystemleistungen hat. „Der Schutz der Ökosysteme des Südlichen Ozeans ist eine globale Aufgabe. Diese umfangreichen internationalen Forschungsanstrengungen haben nun gezeigt, dass diese Region nur durch einen kollektiven globalen Willen zur Erhaltung der Region geschützt werden kann. Diese polaren Ökosysteme sind stark gefährdet, wenn die globale Erwärmung nicht unter zwei Grad gehalten wird. Globale und lokale Strategien sind dringend erforderlich, damit die antarktischen Meeresökosysteme die besten Chancen haben, den Klimawandel zu überleben“, fasst Dr. Andrew Constable, Leiter der MEASO-Initiative, zusammen.