Buddy-Check: Safety first! Foto: W. Pölzer

Buddy-Check: Safety first! Foto: W. Pölzer

Die 10 wichtigsten Tipps fürs Tauchen mit dem Buddy

Schlechtes Teamwork mit dem Tauchpartner kann gefährlich werden: Das Buddy-Prinzip macht Tauchen sicherer. TAUCHEN zeigt zehn wichtige Regeln, die Tauchteams kennen sollten.

Ein häufiger Grund für Probleme unter Wasser ist die mangelhafte Kommunikation mit dem Buddy. Das zeigen auch viele Berichte aus unserer Rubrik „Aus Fehlern lernen“, die TAUCHEN seit 1978 im Magazin veröffentlicht! Übergangene Buddy-Checks, Fehler bei der Ausrüstungskonfiguration, falsches Atemgas-Management und zugewiesene Tauchpartner, die sich wenig umeinander kümmern, führen immer wieder zu gefährlichen Situationen. Darauf müssen Sie achten!

1. BUDDY CHECK
Viele Taucher kennen die Konsequenzen von schlampigen Buddy-Checks: Plötzlich rutscht die Flasche herunter oder das Bleigewicht fällt aus der Jackettasche und sinkt unerreichbar in die Tiefe. Ein nicht funktionierender Oktopus oder ein versehentlich geschlossenes Tankventil können zu panikartigen Reaktionen und gefährlichen Situationen führen. Egal ob Fahrlässigkeit oder Vergesslichkeit der Grund für diese kleinen Fehler sind – bei der Überprüfung des Buddys sollte gezielt nach solchen typischen Unfallquellen gesucht werden.

So wichtig ist der Buddy-Check. Foto: W. Pölzer

Was ist wichtig beim Buddy-Check? Viele Taucher schwören bei der Kontrolle auf feste Rituale wie „Von unten nach oben“ oder „Von vorne nach hinten“ – also von den Flossen bis zum Atemregler oder vom Jacket bis zur Flasche.

Buddy-Check ausgelassen: Taucher rauscht in die Tiefe

Wichtig ist es in erster Linie, die Überprüfung als festen Bestandteil der Vorbereitung zu etablieren und ein System dafür zu entwickeln. Einige Taucher schätzen den kommentierten Buddy-Check am eigenen Equipment. Die meisten lernen in den Anfängerkursen den Buddy-Check am Partner. Beliebt ist der Check mit der Eselsbrücke „TBSL“ 

TBSL: TAUCHER BRAUCHEN SAUBERE LUFT
Mit diesem simplen Merksatz können Sie die Ausrüstung Ihres Buddys immer nach dem gleichen Muster checken:
1: Tarierjacket-Check Richtig angelegt? Inflatorschlauch,
- Schnellablässe, Trocki-Inflator checken!
2: Blei-Check Sitzen die Bleisysteme richtig?
- Gurt, Taschen (integriert) sowie Fuß-, und Trimmblei überprüfen
3: Schnallen-Check Sind alle Schnallen zu? Schulter-, Bauch- und Brustgurt?
- Sitzen die Halterungen? Halte- und Fanggurte, Masken- und Flossenbänder?
4: Luft-Check Ist die Flasche geöffnet und funktionieren Luftdusche, Finimeter,
- Haupt- und Zweitautomat? Dreimal ein- und ausatmen!
- Computer-Modus kontrollieren!

TBSL: Taucher Brauchen Saubere Luft. Foto: W. Pölzer

2. FÜR JEDES GEWÄSSER GEWAPPNET SEIN
Oft kommt es vor, dass Taucher ihre Ausbildung in tropischen Gewässern absolvieren, und nur in warmen Urlaubsländern tauchen. Wenn dann der erste Tauchgang im kalten Gewässer ansteht, sollte man wissen, dass hier einiges vollkommen anders funktioniert. Natürlich sollte man auch die Ausrüstung vom Buddy gut kennen. Neben dem Umgang mit dem Trockentauchanzug muss man die erweiterte Ausrüstung kennen: zwei getrennte, komplette Atemregler und getrennt absperrbare Ventile sowie den Umgang damit einüben. Die Konfiguration muss ebenso geprüft werden wie die Funktion der Ventile und des Inflatorschlauchs beim Trocki.

Mit dem richtigen Anzug machen auch kalte Gewässer Spaß. Foto: W. Pölzer

3.  ZUSATZAUSRÜSTUNG KENNEN
Wer zusätzlich Equipment nutzt, sollte auch mit der Ausrüstung des Buddys vertraut sein. Bei Nacht-, Strömungs,- Höhlen- und Wracktauchgängen sollten die zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände gecheckt werden, die bei diesen Bedingungen erforderlich sind. Mangelhafte Ladung der Haupt- und Ersatzlampen und defekte Halterungen sind typische Fehlerquellen. Auch die Notfall-Boje sowie redundante Systeme sollten sorgfältig unter die Lupe genommen werden. Bei Nachttauchgängen hat man sein eigenes Equipment nicht im Blick. Wackelt irgendwas gefährlich herum? Bei Wrack- und Höhlentauchgängen kann ein herumbaumelnder Atemregler für gefährliche Festhänger sorgen.

Mit Zusatzausrüstung wie einer Dekoboje sollten Taucher vertraut sein und als Team arbeiten. Foto: W. Pölzer

Nachttauchen – Lohnender Abstieg in eine andere Welt

4. GEMEINSAM ABTAUCHEN
Vergessen viele! Gerade beim Ab- und Auftauchen ist es wichtig nah zusammen zu sein, falls Probleme entstehen. Am Anfang und Ende des Tauchgangs sowie bei Ein- und Ausstiegen ist das Unfallrisiko meist am größten. Deshalb sollten die Buddys bis zum Erreichen der Tauchtiefe und beim Aufstieg immer so eng zusammen tauchen, dass sie im Notfall sofort reagieren können. Wie taucht man ab? Am besten mit denen Beinen voran: bei Problemen kann man besser reagieren.

Immer gemeinsam abtauchen. Foto: W. Pölzer

5. DREI-METER-CHECK
Der „Drei-Meter-Check“ ist sehr zu empfehlen: Man kontrolliert sich und seinen Buddy nach dem Abtauchen in dieser Tiefe noch einmal. Hier können die Taucher gegenseitig Finimeter, Halterungen, Flaschendruck und Ventile checken.

Sicher tauchen mit dem 3-Meter-Check. Foto: W. Pölzer

TAUCHEN-Fehleranalyse: Schmerzvoller Notaufstieg

6. BUDDY IM VISIER HABEN
Wie soll man überhaupt als Buddy-Team tauchen? Der sichere Abstand zum Tauchpartner ist subjektiv und hängt stark von den Bedingungen im Wasser ab. Gerade beim Tauchen in heimischen Gewässern ist die Sicht oft eingeschränkt. Da reicht es manchmal, wenn der vorausschwimmende Buddy mit einem Flossenschlag aus der Sichtweite kommt. UW-Fotografen kennen das Problem, dass man im Eifer des Gefechts den Anschluss an den Buddy verliert – gut, wenn man dann auf sich aufmerksam machen kann. Beim Tauchen mit fremdem Buddy macht es Sinn, vorher festzulegen, wer links neben dem Partner taucht. Nichts ist nerviger als ein Buddy, der ständig über und hinter einem taucht oder auf eigene Faust unterwegs ist. Eine Ohne-Luft-Situation mit einem zehn Meter entfernten Tauchpartner kann brenzlig enden. Gerade zugewiesene Buddys werden häufig als notwendiges „Übel“ misachtet, statt als wichtige Begleiter zur Kontrolle und Absicherung.

Nie zu weit auseinander tauchen! Foto: W. Pölzer

7. BUDDY-KOMMUNIKATION
Wichtig ist natürlich, dass beide die gleiche „Sprache“ sprechen. UW-Zeichen, Signale und Notfall-Absprachen sollten vor dem Tauchgang gecheckt werden. Die UW-Zeichen sollten die Buddys vor dem Tauchgang genau durchgehen – gerade Notsignale müssen sitzen. Tauchzeichen, Licht- und Schallsignale übernehmen unter Wasser die Funktion der Sprache. Die Kommunikation sollte funktionieren, wenn plötzlich Probleme auftauchen und der Buddy nicht in der Nähe oder abgelenkt ist. In solchen Momenten ist jeder dankbar, wenn er auf Shaker, Tank-Banger oder Signalhörner zurückgreifen kann. Im Notfall kann auch ein Karabiner, mit dem man auf die Pressluftflasche klopft, helfen. Braucht man tagsüber Licht? Bei schlechter Sicht und im trüben See auf jeden Fall. Mit Knicklicht am Tank und Lampe in der Hand sind die Tauchpartner einfacher und deutlicher zu erkennen.

Beim Eingang von dem Tunnel fragt sein Buddy nach dem Okay. Er fühlt sich unwohl, erwidert aber trotzdem das Signal (Fehler 2). Foto: W. Pölzer

Die Tauchzeichen sollten Buddy-Teams kennen. Foto: W. Pölzer

8. NAVIGATION UND NACH PLAN TAUCHEN
Im Eifer des Gefechts vergessen einige Buddy-Teams gern mal den Tauchgangsplan. Da reicht schon eine Begegnung mit einer Schildkröte oder einem neugierigem Zackenbarsch, um die Navigation zu vergessen. Am Anfang des Tauchgangs immer einen Kompasskurs nehmen und die natürliche Vegetation zur Hilfe nehmen. Einfache Regeln wie „Linke Schulter Riff hin“ – „Rechte Schulter Riff zurück" sind hilfreich.

3. Orientierung: Auch natürliche Referenzen wie Riffe, Piers und Bojen sind gute Anhaltspunkte zur Orientierung. Foto: W. Pölzer

3. Orientierung: Auch natürliche Referenzen wie Riffe, Piers und Bojen sind gute Anhaltspunkte zur Orientierung. Foto: W. Pölzer

TAUCHEN-Fehleranalyse: Irrfahrt mit zwei Tauch-Scootern

9. ZURÜCK ZUR OBERFLÄCHE
Nicht nur unter Wasser ist der direkte „Draht“ zum Buddy gefragt. Taucher, die von der Bootscrew vergessen oder durch starke Strömung abgetrieben wurden, kennen die potenzielle Gefahr: Kopf und Oberarme sind an der Wasseroberfläche extrem schlecht zu sehen. Um in solchen Situationen auf sich aufmerksam zu machen, gehören Tools wie Signalbojen, Spiegel oder Pfeifen bei Bootstauchgängen immer ins Jacket. Natürlich ist es auch wichtig, das man dem Partner bei Ausstiegen wie Safaribooten, Zodiacs etc. hilft und die Bootscrew beim Anreichen von Ausrüstung unterstützt.

Am Ende des Tauchgangs zusammen bleiben. Foto: W. Pölzer

10. DEBRIEFING NICHT VERGESSEN
Die beste Möglichkeit, um gute und schlechte Verhaltensweisen während des Tauchgangs zu besprechen ist nach dem Tauchgang. War der Buddy unaufmerksam, weil er fotografiert hat? Hat der Buddy gut das Unwohlsein erkannt? Sollten beide Shaker oder Signalhörner anschaffen? Gab es Probleme beim Boje schießen, die man üben sollte? Am besten kleine Problemchen besprechen, damit keine großen daraus werden! Und nicht vergessen: Auch mal „Danke" zum Buddy zu sagen!

Debriefing nach dem Tauchgang. W. Pölzer

 

 

Die 10 besten Praxis-Tipps für den sicheren Tauchgang