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Karibische Riffhaie bei einer Haifütterung vor Jardines de la Reina vor Kuba.

Karibische Riffhaie bei einer Haifütterung vor Jardines de la Reina vor Kuba. © Michael Krüger

Haie: Streitthema Haifütterungen

Nirgendwo sonst bekommt man Haie so nah vor die Maske wie bei speziellen Haifütterungen. Viele Taucher stehen dem an vielen Orten auf der Welt verbreiteten Zirkus kritisch gegenüber. Darf man potenziell gefährliche Tiere wie Haie füttern? Wir erklären wie Haifütterungen funktionieren, welche Risiken es gibt und geben Tipps zum richtigen Verhalten.

Beim Thema Hai teilen sich die Meinungen in zwei Lager. In die, die unbedingt einmal einen Hai aus der Nähe sehen wollen und sich auch mit einem grauen Schatten in einiger Entfernung zufrieden geben, und in die, die nicht warten wollen, bis Fortuna ihnen dieses Erlebnis schenkt, sondern ihr Glück selbst in die Hand nehmen und einen Tauchgang mit angefütterten Haien buchen. Meist erlebt diese Gruppe die Räuber durch die Linse einer UW-Fotokamera. Die Bilder, die sie zeigen, sind unglaublich. Haie hautnah, ein Gewimmel von Dreiecksflossen und Zähnen – und sie mittendrin.
haiIMG_0219Nur mit Futter im Wasser ist es möglich, die ansonsten eher menschenscheuen Haie wirklich hautnah zu erleben. Und genau hierbei scheiden sich die Geister: Ist es richtig, die ansonsten schüchternen Haie für den eigenen Thrill anzulocken?

Der Haitourismus boomt

Man mag diese Taucher Adrenalinjunkies nennen, das Erlebnis kann ihnen keiner mehr nehmen. Und es ist ein Erlebnis der besonderen Art – das ist unstrittig. Die „Angstzination“, die Haie bei uns Menschen auslösen, hat in den letzten Jahren einen wahren Tourismusboom ausgelöst. Wer in der Halle 3
 der Wassersportmesse „boot“ in Düsseldorf unterwegs ist, stolpert fast bei jedem Schritt über Angebote mit Haibegegnungen. Und da ist wirklich alles im Angebot: von Begegnungen mit Tigerhaien bis zu Weißen Haien.



  1. Hermann Ostermayer

    Lieber Haie anfüttern, als ausrotten, oder „nur“ fangen, oder armseelig in künstlichen Becken halten! Alles andere liegt nicht an den Haien, sondern an den Menschen.

    Sind Verletzung oder gar den Tod verursacht durch Hunde, Tiger, Löwen, Hyänen oder von Kühen vertrampelt zu werden weniger schmerzhaft und schlimm? Ich bin gerne unverletzt, egal von was! Ab dem Moment wo man verletzt ist, ist es schmerzhaft! Sei es vom vermeintlich „harmlosen“ eigenen Traktor, oder durch eine ungünstige Hai-Begegnung.

    Wieso müssen alle Menschen gleich und mainstream sein? Lasst doch denjenigen Menschen mit Angst vor Haien diese Angst. Wenn sonst alles stimmt, ist das keine nennenswerte Einbusse an Lebensqualität. Aber lasst auch diejenigen Menschen, welche von sich aus das Bedürfnis haben den wunderbaren Haien zu begegnen, ihre Freude! Besser ohne das Anfüttern, mit etwas Erfahrung und viel Glück gehen nahe Begegnungen auch ohne Fütterung. Doch solange Menschen in Delphinarien und Seaworlds gelockt werden, habe ich 0 Hemmungen an Fütterungen Teilzunehmen, und auch kein schlechtes Gewissen mehr, früher selber Haie der Hochsee höchst risikoreich angefüttert zu haben… (lange vorbei).

    Eigentlich ist die Situation diesbezüglich doch gar nicht so schlecht. In manchen Gegenden ist das Anfüttern heutzutage strikte verboten, woran man sich, seit es diese Anordnungen/Gesetze gibt, ohne wenn und aber halten muss. In anderen Gegenden wird es zum Glück gemacht, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, seltene Begegnungen erleben zu dürfen! Es soll halt jeder dort hinreisen, wo es passt und nicht das Gegenteil wollen, von dem was angeboten wird.

    Viele Menschen sind heute nicht mehr bereit, klein anzufangen und längere Zeit bei einem Thema zu bleiben. Gehts ums Bergsteigen, muss es gleich dass Matterhorn sein, anstatt als erstes sich an einem Jura-Hügel zu erfreuen und danach allmählich höhere Ziele anvisieren.

    Gehts um Haie, muss es sofort gleich der Weisse Hai sein, anstatt unbeschwert kleine Katzenhaie im Meer zu entdecken! und nah dies nah sich Ausbildung und Einbildung aneignen, bis es als Krönung im Laufe der Jahre eben doch vielleicht zu einer Begegnung z.B. mit dem Weissen Hai kommt.

    Ganz schlecht, und damit stehe ich völlig im Abseits, finde ich dass wer Geld für eine (Hai)Reise bezahlt, Anspruch auf Hai-Begegnungen stellt. Hoffen darauf natürlich schon! Aber fast schon Garantie sollte es keine Geben. Mich wundert manchmal, dass es überhaupt noch Tauchlehrer /Guides gibt. Für was die alles Schuld sein sollen, das ist nicht mehr normal. Entsprechend reagieren die Veranstalter und fahren immer wie mehr das Risiko zurück, in seltenen Fällen bis zur Langweiligkeit, oder überspielen es mit üpigem Bootsservice. Kein Wunder, gibt es Taucher und Taucherinnen, welche fast verplatzen, endlich wieder Haien zu begegnen.

    Manchmal wünsche ich mir die alten Zeiten zurück, wo der Gast mit friedlichen Absichten alle Freiheiten der Welt hatte und der Anbieter für nichts verantwortlich war.

    Ich wünsche allen wohlbehaltene gesunde erlebnisreiche Tauchgänge.

    Hermann Ostermayer


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