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OceanCare Präsidentin Sigrid Lüber vor der Übergabe der Unterschriften

OceanCare Präsidentin Sigrid Lüber vor der Übergabe der Unterschriften © Foto: OceanCare

Unterwasserlärm auf den Malediven

Über 10 000 Unterschriften hat die Meeresschutzorganisation OceanCare gegen die Rohölexploration auf den Malediven gesammelt. Die Suche vor den Korallenriffen wird mit Druckluftkanonen durchgeführt und soll noch verstärkt werden. OceanCare warnt vor weitreichenden Folgen durch Unterwasserlärm für das marine Ökosystem.

Die Meeresschutzorganisation OceanCare nimmt den Internationalen Tag gegen Lärm vom 29. April  zum Anlass, Vertretern der maledivischen Regierung über 10 000 Protestunterschriften gegen die Offshore-Suche nach Ölressourcen zu überreichen. Die staatliche Ölfirma Maldives National Oil Company (MNOC) sucht verstärkt vor den heimischen Korallenriffen nach Rohöl. Mit Druckluftkanonen werden dort seismische Tests durchgeführt. Diese sollen noch verstärkt werden. OceanCare kritisiert das  Vorhaben und warnt vor den weitreichenden Folgen durch Unterwasserlärm für das marine Ökosystem.

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Mit Druckwellen wird der Meeresgrund nach Ölvorkommen abgesucht – das gefährdet Meereslebewesen Foto: OceanCare

„Die maledivische Regierung hält an ihren Ölexplorationsplänen fest. Mit der Übergabe von über 10 000 Protestunterschriften machen wir deutlich, dass der Druck der Öffentlichkeit wächst. Wir fordern, dass die Regierung ihre Pläne überdenkt“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare.

Mehrere Anfragen der Organisation bei der Maledivischen Regierung blieben unbeantwortet. Deshalb versucht man jetzt sich durch die Unterschriftenaktion Gehör zu verschaffen.

Anlass des internationalen Protests sind die Bestrebungen von Präsident Yameen, fossile Brennstoffe vor dem Inselstaat zu fördern. Vor den Gewässern der Malediven hat das deutsche Forschungsschiff „Sonne“ im August 2014 bei seismischen 3D-Voruntersuchungen Gestein entdeckt, das Kohlenwasserstoffe enthält. Die Fundstelle liegt 100 Seemeilen östlich der Region von Laamu und des Thaa-Atolls. Das rief die maledivische Regierung auf den Plan die Tests auszuweiten und um Probebohrungen zu ergänzen.

Als ein maledivischer Journalist kürzlich in einer Pressekonferenz fragte was der Präsident von der internationalen Protestunterschriftensammlung halte, bezog dessen Sprecher Stellung. Der Präsident begrüße zwar konstruktive Kritik, würde die Explorationspläne aber wie geplant fortsetzen, da die Erschliessung von Ölressourcen ein Wahlversprechen der Regierungspartei gewesen sei.

Damit ist der Kurs von Präsident Yameen klar. Seit sein demokratisch gewählter Vorgänger, der Ozeanograph und Umweltaktivist Mohammed Nasheed inhaftiert wurde, steht auf den Malediven der Profit wieder vor dem Umweltschutz.

Lüber will die Vertreter der maledivischen Regierung auf die nicht beachtete Gefahr des Unterwasserlärms für die Natur hinweisen. Gleichzeitig will sie deutlich machen, dass die Erschliessung sensibler Gebiete, wie jener vor den Atollen nicht nur für die Umwelt, sondern auch wichtige Wirtschaftssektoren, wie den Tourismus und die Fischerei gefährden. Das Vorhaben könne massive Konsequenzen für die maledivische Bevölkerung haben, so Lüber.

Infos: www.oceancare.org, www.silentoceans.org