Das Titelbild von TAUCHEN Juni 2017.
Extremes Panorama gefällig? Mit den Superweitwinkel-Linsen sind spannende Perspektiven sicher.

Extremes Panorama gefällig? Mit den Superweitwinkel-Linsen sind spannende Perspektiven sicher. © Foto: H. Frei

Weitwinkel-Zooms: Die Herrscher über den Raum

Mit Weitwinkel-Zooms bekommt man mehr aufs Bild – und das mit großer Schärfentiefe. Zu den Vertretern dieser Objektiv-Generation gehören das Sigma 8–16-mm-Zoom für APS-C-Kameras sowie die 7–14-mm-Optiken von Olympus und Panasonic für das Micro-Four-Thirds-Format.

Wenn es um Weitwinkel-Zooms für APS-C-Kameras geht, macht dem 8–16-mm-Sigma-Superzoom kaum ein Mitbewerber-Objektiv den Titel „Primus inter Pares“ streitig. Kein anderes APS-C-Objektiv besitzt einen größeren Bildwinkel als das 8–16-mm-Sigma-Zoom: Bei Crop 1,5 sind es diagonal 121 Grad. Etwas weniger sind es beim 7–14-mm, aber immer noch beeindruckende 114 Grad. Damit qualifizieren sich die Hyperzooms für Abbildungen von UW-Landschaften, Halb-und-halb-Bildern, Tauchern und Wracks. Nicht zu vergessen Poolaufnahmen, denn hier sind die gebogenen Seitenwände von Fisheye-Abbildungen nicht immer ideal. Anders als bei echten Fisheye-Optiken bleiben die am Bildrand abgebildeten Linien gerade, denn die Objektive sind nach der zentralperspektivischen Gleichung gerechnet. Abbildungen wirken deshalb sehr natürlich, solange man den Objekten nicht allzu sehr auf die Pelle rückt. Macht man das, kommt es zu skurrilen Verzerrungen, teils stärker ausgeprägt als bei einem Fisheye. Sofern es sich um Korallen, Pflanzen und Tiere handelt, finden wir solche Abbildungen noch sympathisch – bei Taucherbildern weniger.

Superweitwinkel-Zooms ermöglichen spektakuläre perspektiven ohne die extreme verzerrung, die typisch bei Fisheye-Objektiven ist.

UW-Landschaften und Korallenriffe sind ein ideales Terrain für diese Objektive. Foto: H. Frei

UW-Landschaften und Korallenriffe sind ein ideales Terrain für diese Objektive. Foto: H. Frei

Weitwinkel-Zooms: Gute Naheinstellgrenze

Die Naheinstellung der Superzooms ist praxisgerecht: Sigmas Zoom schafft 24, Olympus 20 und Panasonic 25 Zentimeter. Die Zooms sind deshalb gut hinter Domegläsern zu handhaben. Außerdem gestaltet sich das Zoomen in den Telebereich als sehr angenehm beim Ablichten von Fischen. Das Domeglas muss entsprechend groß sein, denn sonst kommt es zu störenden Rand- und Ecken-Unschärfen. Diesbezüglich sind Superweitwinkel-Zooms nicht so unproblematisch wie Fisheyes. Der minimale Domeglas-Durchmesser sollte nicht geringer als 20 Zentimeter betragen – ideal wären 24 Zentimeter. Das Glas sollte möglichst keine exakte Halbkugel darstellen. Hier ist von Gehäuseherstellern etwas Know-how hinsichtlich Zentrierung hinter dem Port und ein korrekter Abstand zum Domeglas erforderlich. Falsch ist es, für diese Kameras kleinere Domegläser als bei APS-C-Modellen zu verwenden. Ein gleicher Bildwinkel erfordert in der Regel gleich große Domegläser, auch wenn das Gehäuse dahinter putzig wirkt. Die bessere Rand- und Eckenschärfe dieser Kameras kommt einzig und allein durch das kleinere Sensorformat und die dadurch kleineren Blendenöffnungen. Beim Olympus-Zoom mit seiner Naheinstellung von 20 Zentimeter kann man das etwas großzügiger sehen. Gleichwohl sollte hier der Grenzdurchmesser mindestens 15 bis 18 Zentimeter betragen, damit man nicht abblenden muss, um eine vernünftige Rand-und Eckenschärfe zu bekommen.