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Tauchen in der Schwangerschaft: Warum man nicht tauchtauglich ist

Darfst du während der Schwangerschaft tauchen? Was Studien, Tauchmedizin und internationale Fachgesellschaften dazu sagen.

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teilweise KI generiert

Du hast einen Tauchurlaub gebucht und erfährst kurz vor der Reise, dass du schwanger bist? Dann stellt sich schnell die Frage, ob Tauchen weiterhin möglich ist. Die wissenschaftliche Datenlage ist begrenzt, dennoch empfehlen alle relevanten tauchmedizinischen Fachgesellschaften, während der Schwangerschaft auf das Tauchen zu verzichten. Hintergrund sind mögliche Risiken für das ungeborene Kind, die sich auch bei komplikationslosen Tauchgängen nicht sicher ausschließen lassen. Aus tauchmedizinischer Sicht gilt eine Schwangerschaft deshalb als Kontraindikation für das Sporttauchen.

Hey Doc, bin ich damit tauchtauglich? Tauchen in der Schwangerschaft

Eine Leserin schreibt:
»Hey Doc, bei uns steht nächsten Monat ein Tauchurlaub an. Anfang der Woche erfuhr ich, dass ich schwanger bin. Im Urlaub werde ich in der 10. Schwangerschaftswoche sein. Sollte ich mein Tauchpaket stornieren oder kann ich unbedenklich tauchen gehen?«

Die Frage nach der Tauchtauglichkeit während einer Schwangerschaft beschäftigt die Tauchmedizin seit vielen Jahrzehnten. Obwohl kontrollierte Studien aus ethischen Gründen nicht möglich sind, erlauben die vorhandenen Erkenntnisse eine klare medizinische Empfehlung.

Schwangere Frau schwimmt an der Wasseroberfläche im Meer
Eine schwangere Frau schwimmt an der Wasseroberfläche. Internationale tauchmedizinische Fachgesellschaften empfehlen, während der Schwangerschaft auf Gerätetauchgänge zu verzichten. Baden ist selbstverständlich unbedenklich.

Darfst du tauchen mit Gerät?

Nein.

Alle relevanten tauchmedizinischen Fachgesellschaften raten davon ab, während der Schwangerschaft zu tauchen. Dazu gehören unter anderem die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM), die Undersea and Hyperbaric Medical Society (UHMS), die South Pacific Underwater Medicine Society (SPUMS) sowie die European Underwater and Baromedical Society (EUBS).

Die Schwangerschaft wird von diesen Organisationen als Kontraindikation für das Sporttauchen angesehen.

Ursachen & Hintergründe

Die wissenschaftliche Datenlage zum Tauchen während der Schwangerschaft ist begrenzt. Die meisten Erkenntnisse stammen aus Beobachtungsstudien, retrospektiven Befragungen und Fallberichten.

Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass insbesondere tiefere und längere Tauchgänge mit einer erhöhten Häufigkeit von Fehlbildungen, Fehlgeburten oder Frühgeburten verbunden sein könnten. Die Ergebnisse sind jedoch nicht einheitlich.

Häufig zitiert werden Untersuchungen an den japanischen Ama-Taucherinnen. In dieser Bevölkerungsgruppe wurde keine erhöhte Fehlbildungsrate festgestellt. Allerdings hatten die Kinder im Durchschnitt ein geringeres Geburtsgewicht. Dies wird als möglicher Hinweis auf Auswirkungen wiederholter Tauchgänge auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes gewertet.

Insgesamt gibt es bislang keine belastbare wissenschaftliche Evidenz, die das Tauchen während der Schwangerschaft als sicher belegen würde.

Taucherin legt vor einem Tauchgang ihre Ausrüstung an
Wer während eines geplanten Tauchurlaubs von einer Schwangerschaft erfährt, sollte die weitere Tauchplanung mit Blick auf die aktuellen medizinischen Empfehlungen überdenken.

Risiken beim Tauchen

Die medizinischen Bedenken beruhen vor allem auf den besonderen Eigenschaften des fetalen Kreislaufs.

Das ungeborene Kind verfügt über natürliche Kurzschlussverbindungen im Herz-Kreislauf-System, sogenannte Rechts-Links-Shunts. Dadurch könnten mögliche Mikroblasen ungefiltert in den Körperkreislauf gelangen.

Hinzu kommt, dass der Fötus besonders empfindlich auf Veränderungen der Sauerstoffversorgung reagiert. Bereits geringe Schwankungen der Sauerstoff- oder Kohlendioxidwerte können theoretisch Auswirkungen auf die Entwicklung haben.

Weitere mögliche Belastungsfaktoren sind:

  • Kälte
  • erhöhte Atemarbeit
  • Veränderungen der Durchblutung
  • mögliche Mikroblasenbildung während der Dekompression

Selbst wenn bei der Mutter keine Beschwerden auftreten und alle Tauchgänge regelkonform durchgeführt werden, lassen sich Risiken für das ungeborene Kind nicht sicher ausschließen.

Was du beachten solltest

Wenn du von deiner Schwangerschaft weißt, solltest du auf das Tauchen verzichten.

Bereits bei bestehendem Kinderwunsch empfehlen einige Fachgesellschaften einen vorsorglichen Verzicht auf Tauchgänge. Damit soll verhindert werden, dass in einer noch unentdeckten Frühschwangerschaft getaucht wird.

Wichtig ist außerdem:

Ein versehentlicher Tauchgang in den ersten Schwangerschaftswochen stellt nach aktuellem Kenntnisstand keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch dar. In solchen Fällen wird eine normale gynäkologische Betreuung und Beobachtung empfohlen.

Taucherin mit pinken Flossen während eines Tauchgangs über einem Riff
Nach Schwangerschaft und Geburt ist ein Wiedereinstieg ins Tauchen grundsätzlich möglich. Voraussetzung ist, dass die körperliche Erholung abgeschlossen ist und keine medizinischen Gründe dagegensprechen.

Wann ärztlicher Rat nötig ist

Wenn du während oder kurz nach einem Tauchurlaub erfährst, dass du schwanger bist, solltest du dies bei deinem Frauenarzt ansprechen.

Eine individuelle Bewertung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn mehrere Tauchgänge oder tiefere Tauchprofile durchgeführt wurden.

Die allgemeine Empfehlung, während der Schwangerschaft nicht zu tauchen, ersetzt jedoch keine persönliche medizinische Beratung.

Tauchen in der Stillzeit

Für die Stillzeit gelten andere Empfehlungen.

Nach aktuellem Kenntnisstand werden Inertgase nicht in relevanter Menge in die Muttermilch abgegeben. Aus tauchmedizinischer Sicht bestehen daher keine grundsätzlichen Einwände gegen das Tauchen während der Stillzeit.

Voraussetzung ist, dass die körperliche Erholung nach Schwangerschaft und Geburt abgeschlossen ist.

Es gibt uneiheitliche und auf subjektive Erfahrungen zurück gehende Berichte und Schilderungen, dass es durch Kälte und Druckeinwirkungen zu Brustentzündungen bei stillenden Müttern kommen kann. Hier ist die Datenlage jedoch ebenfalls zu dünn, um eine gesicherte Aussage treffen zu können. Wer zu Brustentzündungen neigt, dem sei eine Tauchpause bis zum Abstillen empfohlen.

Fazit

Die wissenschaftliche Datenlage zum Tauchen in der Schwangerschaft ist begrenzt. Die vorhandenen Erkenntnisse und die bekannten physiologischen Zusammenhänge reichen jedoch aus, damit internationale Fachgesellschaften eine klare Empfehlung aussprechen.

Während der Schwangerschaft solltest du nicht tauchen. Die möglichen Risiken für das ungeborene Kind lassen sich nicht zuverlässig ausschließen. Nach der Geburt und während der Stillzeit bestehen nach aktuellem Kenntnisstand dagegen keine grundsätzlichen Einschränkungen.

Du hast auch eine Frage zur Tauchtauglichkeit? Schreib uns an redaktion@tauchen.de mit dem Stichwort »Sprechstunde« und wir leiten deine Frage an unseren Experten Dr. Dr. Philipp Stahl von aqua med weiter.

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Tauchen mit Diabetis Mellitus – was möglich ist
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Externe Quellen

Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM)
Undersea and Hyperbaric Medical Society (UHMS)
European Underwater and Baromedical Society (EUBS)

Ist Tauchen in der Schwangerschaft gefährlich?

FAQ – TAUCHEN in der Schwangerschaft

Die wissenschaftliche Datenlage ist begrenzt. Internationale tauchmedizinische Fachgesellschaften empfehlen dennoch übereinstimmend, während der Schwangerschaft nicht zu tauchen. Hintergrund sind mögliche Risiken für das ungeborene Kind, die sich nicht sicher ausschließen lassen.

Was passiert, wenn ich getaucht bin, bevor ich von der Schwangerschaft wusste?
Ein versehentlicher Tauchgang in einer noch unentdeckten Frühschwangerschaft ist nach aktuellem Kenntnisstand keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch. Empfohlen wird, die Schwangerschaft gynäkologisch begleiten zu lassen und den Vorfall beim Arzt anzusprechen.

Darf ich in der Frühschwangerschaft tauchen?
Nein. Die Empfehlung zum Verzicht auf das Tauchen gilt für die gesamte Schwangerschaft, also auch für die ersten Wochen.

Sollte ich bei Kinderwunsch auf das Tauchen verzichten?
Einige tauchmedizinische Fachgesellschaften empfehlen dies. Hintergrund ist die Möglichkeit einer noch unentdeckten Frühschwangerschaft.

Darf ich während der Stillzeit tauchen?
Nach aktuellem Kenntnisstand ja. Inertgase werden nicht in relevanter Menge über die Muttermilch übertragen. Voraussetzung ist, dass du dich körperlich von Schwangerschaft und Geburt ausreichend erholt hast.

Gilt die Empfehlung auch für flache Tauchgänge?
Ja. Auch wenn einzelne Studien bei geringeren Tiefen keine eindeutigen negativen Auswirkungen zeigen konnten, gibt es keine belastbaren Daten, die das Tauchen während der Schwangerschaft als sicher belegen. Deshalb empfehlen Fachgesellschaften grundsätzlich den Verzicht auf alle Tauchgänge.