11_2017_tauchen
Ölteppich über dem Untergangsort der Bohrinsel Deepwater Horizon

Ölteppich über dem Untergangsort der Bohrinsel Deepwater Horizon © Getty Images

Mit „Top Kill“ und „Top Hat“ gegen die Öl-Katastrophe

Zurzeit wird eine zweite Kuppel namens „Top Hat“ (Zylinder) auf das Öl-Leck gesetzt, um das Öl ableiten zu können. Für nächste Woche ist ein weiterer Schritt geplant, das Leck zu stopfen: Operation „Top Kill“. Zwei Videofilme verdeutlichen die kritische Situation am Meeresgrund

Wie BP bekannt gibt, haben die Untersuchungen, die mit UW-Robotern am „Blow Out Preventer“ (Sicherheitsventil) der Ölleitung durchgeführt wurden, einen genaueren Überblick über den Schaden des Ventils erbracht. Mit diesen Erkenntnissen soll es für die Experten einfacher sein, passende Methoden zu entwickeln, um den Öl-Austritt zu stoppen. Eine davon ist die sogenannte „Top Kill“-Methode. Hierbei würde zuerst eine Materialmischung aus unterschiedlich dichten Bestandteilen („Junk Shot“) in eine erste Kammer des Ventils „injiziert“ werden, um daraus quasi ein Siegel herzustellen. Danach würden spezielle schwere Flüssigkeiten in die Ölquelle gepumpt werden, um letztlich den Ölaustritt zu unterbinden. Dieser Arbeitsschritt könnte unter Umständen nächste Woche in Angriff genommen werden.

Zylindermontage
Die kleinere Absaugglocke, der Zylinder („Top Hat“), steht bereits auf dem Meeresgrund neben dem größten Leck der Ölleitung und soll in diesen Tagen darüber befestigt werden. BP macht jedoch darauf aufmerksam, dass es bislang keine Erfahrungen über die Installation solcher Kuppeln in diesen Tiefen (1500 Meter) gibt, weswegen der Erfolg dieser Aktion nicht abzuschätzen ist.
Mit der kleineren Kuppel hoffen die Experten, die Eiskristallbildung, die das Ende der ersten Kuppel bedeutete, umgehen zu können. Nach unbestätigten Angaben soll das Abpumpen des Öls aus dem Zylinder außerdem durch „beheizte“ Leitungen erfolgen: Die Leitung zum öl-auffangenden Schiff soll doppelwandig sein. Während innen das Öl hochgepumpt wird, soll sich in der äußeren Schicht warmes Wasser befinden, das eventuell sogar mit Frostschutzmittel versetzt sein wird.

Bohrinsel bekommt Verstärkung
Die am 2. Mai begonnene Entlastungsbohrung, für die ein Zeitplan von mehreren Monaten genannt wird, läuft weiter. Darüber hinaus ist eine zweite Bohrinsel zum Unglücksort unterwegs, um eine weitere Bohrung vorzunehmen. Diese Insel wird am Freitag erwartet.

Diese Aufnahme vom 11. Mai zeigt den Ölaustritt aus dem größeren der beiden Lecks:


Vom 7. Mai stammt diese Aufnahme. Sie zeigt das Absenken der ersten Kuppel, die mittlerweile aber wieder abgezogen wurde, da sie durch Eiskristalle verstopfte: