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Die „Shen Neng 1“ verlor nach der Havarie zwischen zwei und vier Tonnen Öl

Die „Shen Neng 1“ verlor nach der Havarie zwischen zwei und vier Tonnen Öl © Getty Images

Neues vom „Shen Neng 1“-Unfall

Dirk Werner-Lutrop, Chef von Diversion Dive Travel aus Cairns, liefert uns Neuigkeiten vom Umweltdrama um die „Shen Neng 1“, die Samstag im Great Barrier Reef auf ein Riff auflief. Außerdem wurde eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. Mitmachen!

Allem Anschein nach hat das Great Barrier Reef – zweifellos die Hauptattraktion für deutsche Touristen – nicht mit den Folgen einer Ölkatastrophe zu kämpfen. Durch günstige Wetterbedingungen brach die glücklicherweise „Shen Neng 1“ nicht auseinander und die Bergungsarbeiten konnten gut voranschreiten. Wie uns Dirk Werner-Lutrop, Inhaber von Diversion Dive Travel in Cairns, mitteilte, ist heute der Hauptteil der 950 Tonnen Öl in die Tanks eines Bergungsschiffs umgepumpt worden. Die Bergungsoperation wird von der dänischen Firma Svitzer durchgeführt. Nach dem Abpumpen des Öls hofft man, den Frachter vom Riff ziehen zu können. Alles deutet also darauf hin, dass man  mit einem blauen Auge davonkommt!

Von Cairns weit entfernt
Auch wenn der Ort der Havarie rund 1000 bis 1200 Kilometer von den Toptauchplätzen wie den Ribbon Reefs und der Coral Sea entfernt liegt, wurde mit sorgenvollen Blicken auf den Unglücksort geschaut. Der Tauchmanager von Heron Island, einer beliebten Taucherinsel, die nur 70 Kilometer entfernt ist, hat Dirk mitgeteilt, dass das Unglück keine Auswirkungen auf den Tauchbetrieb haben wird.
Nach Berichten sollen zwei bis maximal vier Tonnen Öl ausgelaufen sein, die mit Chemikalien behandelt und anscheinend größtenteils aufgelöst wurden. Doch auch kleine Mengen Öl am falschen Platz können sehr schädigend sein, aber im Verhältnis zur gesamten Größe des Great Barrier Reefs (2000 Kilometer), dürfte das ein sehr begrenztes Problem sein – solange dies ein Einzelfall bleibt und diese Sektion des Riffs nicht weiter geschädigt wird.

Unterschriften-Aktion!
Als Reaktion auf den Frachterunfall hat die Australian Marine Conservation Society eine Online-Unterschriftenaktion gestartet, um den zuständigen australischen Transportminister zum Handeln zu ermutigen, damit solche Unglücke in Zukunft verhindert werden. Hier ein Auszug aus den Forderungen:

  • Einführung der Lotsenpflicht für die Schifffahrt durch das Great Barrier Reef
  • Erweiterung des bestehenden Schiffortungssystems, mit dem das komplette Gebiet des Great Barrier Reefs erfasst wird
  • Erhöhung der Geldbußen für Schiffe, die die autorisierten sicheren Fahrtrouten durch das Great Barrier Reef verlassen
  • Identifizierung von alternativen Schiffsrouten, um das Risiko für das Great Barrier Reef zu minimieren
  • Durchführung einer umfassenden strategischen Analyse der Risikn für das Great Barrier Reef, die sich aus dem wachsenden Schifffahrtsverkehr, der Hafenentwicklung und der Zunahme der Rohstoffexporte ergeben

Wer die Australian Marine Conservation Society dabei unterstützen will, kommt über diesen LINK direkt zur Unterschriftenaktion.