Der Titel von TAUCHEN September 2017
Museumsdirektor Dr. Harald Benke hält stolz den „European Museum of the Year Award“ in den Händen

Museumsdirektor Dr. Harald Benke hält stolz den „European Museum of the Year Award“ in den Händen © Ozeaneum

Ozeaneum gewinnt Museums-Oskar

Jubel in Stralsund! Das Deutsche Meeresmuseum Ozeaneum hat in Finnland den wichtigsten Preis für europäische Museen gewonnen und ist zu Europas Museum des Jahres gekürt worden. Museumsdirektor Dr. Harald Benke konnte die Jury unter anderem mit Meersalz und Miesmuscheln überzeugen

Am Samstag, den 22. Mai, wurde im finnischen Tampere das Ozeaneum Stralsund im Rahmen eines feierlichen Gala-Dinners zu Europas Museum des Jahres gekürt. Der „European Museum of the Year Award“ gilt als Museums-Oscar. Überglücklich nahm Museumsdirektor Dr. Harald Benke die Auszeichnung in Form der Skulptur „The Egg“ des Bildhauers Henry Moore vom letztjährigen Preisträger, dem Salzburg Museum, entgegen. Benke bedankte sich bei der Jury, zollte allen anderen Kandidaten großen Respekt und sprach sichtlich bewegt von einem krönenden Moment für das Deutsche Meeresmuseum. Zu den bisherigen Gewinnern des seit 1977 jährlich vergebenen Preises zählen unter anderem das Guggenheim Museum in Bilbao, das Dänische Nationalmuseum in Kopenhagen und das Victoria and Albert Museum in London. Letzter deutscher Preisträger war 2007 das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven. Zu den insgesamt 22 nominierten Museen zählten in diesem Jahr das Römermuseum in Xanten sowie viele Museen aus Süd- und Osteuropa. Unter den diesjährigen Nominierten waren fünf naturkundliche Museen.
Bereits am Freitag präsentierte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums der Jury und den Mitgliedern des Forums die Besonderheiten des Ozeaneums, von denen sich einige Jurymitglieder bereits bei ihrem Besuch Ende 2009 in Stralsund begeistert zeigten. Mit drei Reagenzgläsern gefüllt mit Meersalz und drei unterschiedlich großen Miesmuscheln erläuterte Benke den 160 Museumsfachleuten aus 22 Ländern, welchen Einfluss die unterschiedlichen Salzkonzentrationen in der Ostsee auf die Größe der Meerestiere haben. Das Salz wurde aus je einem Liter Wasser aus der Nordsee, aus der Ostsee vor Stralsund sowie vor Helsinki gewonnen. Die 2009 für die Bewerbung um den Preis erstellte Foto-Präsentation zeigte die Inhalte der Ausstellungen und Aquarien sowie die spektakuläre Architektur von Behnisch Architekten.
Das Ozeaneum überzeugte mit seinen modernen Ausstellungen, in denen zentral angeordnete Objekte und multimediale Angebote die komplexen, wissenschaftlichen Inhalte so anschaulich vermitteln, dass ein großes Publikum für das Thema begeistert wird. Einzigartig ist die Kombination der Ausstellungen mit den teils riesigen Aquarien mit Tausenden lebenden Tieren, auf der die Besucher eine europaweit einzigartige Unterwasserreise durch die nördlichen Meere unternehmen. Mit einer Million Besuchern in den ersten zwölf Monaten nach Eröffnung erzielte das Ozeaenum ein Ergebnis, dass europaweit für Aufsehen sorgte. Benke berichtete von der engen Zusammenarbeit mit Greenpeace und mit Forschungsinstituten aus dem Konsortium Deutsche Meeresforschung, dank derer neueste Erkenntnisse in aktuelle Ausstellungen einfließen. Mehr infos über das Ozeaneum findet ihr hier www.ozeaneum.de.