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Meeresbodentopographie des Charles-Darwin-Vulkanfelds nahe der Kapverdischen Inseln

Meeresbodentopographie des Charles-Darwin-Vulkanfelds nahe der Kapverdischen Inseln © IFM-GEOMAR

Vulkane unter Wasser: Start zu neuer Forschungsreise

Kieler Meersforscher untersuchen Unterwasservulkane im tropischen Atlantik bei den Kapverdischen Inseln. Heute stechen sie zu einer neuen Forschungsreise in See, um die Geburt einer Insel zu beobachten

Der sprichwörtliche Tanz auf dem Vulkan ist für die Bevölkerung der Inselrepublik Kap Verde normal. Denn die Inseln vor der westafrikanischen Küste bestehen ausschließlich aus ehemaligen oder noch aktiven Vulkanen. Auch unter Wasser brodelt und bebt es regelmäßig, neue Vulkankegel wachsen vor der kapverdischen Küste Richtung Wasseroberfläche. Diesen Prozess und seine Auswirkungen auf die marine Ökologie der Region genauer zu untersuchen, ist Ziel einer Expedition des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) mit dem deutschen Forschungsschiff „Meteor“, die am 29. Dezember 2009 im Hafen von Dakar (Senegal) startet.

Inselgeburt in 4000 Metern Tiefe
Eines der Hauptarbeitsgebiete der Kieler Geologen und Vulkanologen wird das erst 2005 entdeckte „Charles Darwin Vulkanfeld“ sein. Es liegt in etwa 4000 Meter Wassertiefe südlich der Kapverdischen Insel Santo Antao. Das Feld besteht aus mehreren Vulkankegeln, die wahrscheinlich zu einer neuen Kapverden-Insel zusammenwachsen werden. „Wir haben dort die seltene Chance, die Geburt einer Insel zu untersuchen“, erklärt der wissenschaftliche Fahrtleiter, Dr. Thor Hansteen vom IFM-GEOMAR. Um diesen Vorgang besser zu verstehen, wollen die Wissenschaftler erstmals gezielt Gesteinsproben am „Charles Darwin Vulkanfeld“ bergen. Möglich wird dies durch den Einsatz des kabelgelenkten Tiefseeroboters KIEL 6000, der mit seinen Videokameras und präzisen Greifer wie ein verlängerter Arm der Wissenschaftler am Meeresboden funktioniert.

Untersuchungen von Vulkanasche
Während der Forschungsreise werden die Kieler Wissenschaftler aber auch noch weitere Unterwasservulkane geologisch und biologisch untersuchen. Abseits der eigentlichen Vulkane sollen zudem Proben von Tiefsee-Sedimenten geborgen werden. Denn bei großen Vulkanausbrüchen breiten sich die Aschewolken in der Hochatmosphäre kilometerweit aus, regnen weit entfernt wieder hinunter aufs Meer und lagern sich schließlich am Meeresboden ab. „Anhand der Aschelagen können wir eine Geschichte des Vulkanismus in der Region bis etwa 100000 Jahre vor heute rekonstruieren“, erklärt Dr. Hansteen.Weitere Infos: www.ifm-geomar.de