Rückenschmerzen beim Tauchen: Wenn das Kreuz den Tauchgang vermasselt

Taucher-spezifische Probleme

Taucher verwenden schwere Tauchtaschen

Oft sind erste Rückenbeschwerden bereits im Hausflur oder spätestens am Flughafen zu spüren: Das Wuchten des schweren Trolleys in das Auto, aus dem Taxi oder auf das Förderband ist häufig Schwerstarbeit. Vor allem das ruckartige Heben ist besonders ungesund. Es ist enorm wichtig, die richtige Tasche zu haben: Diese sollte nicht allzu breit sein, sondern eher schmal und lang. Zum Tragen sollte sie Tragegurte für den Rücken haben. Um bei großen Gewichten die Wirbelsäule nicht einseitig zu belasten, kann es sinnvoll sein, die Ausrüstung auf zwei kleinere Taschen zu verteilen. Auch beim Transport der teilweise sehr schweren Tauchkisten am See gilt: Immer vom Buddy helfen lassen und zu zweit tragen.

Rückenschmerzen durch Gewichte: Bleigewichte drücken

Viele Taucher werden aus eigener leidvoller Erfahrung wissen, dass die Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule bereits während des Tauchgangs beginnen. Die Begründung ist ganz einfach: Während der Körper des Tauchers im Wasser einen Auftrieb erfährt, hat der Bleigürtel einen erheblichen Abtrieb. Eigentlich ist das ja sogar erwünscht. Das Problem liegt darin, dass der Bleigürtel genau in der Körpermitte im Bereich der Lendenwirbelsäule befestigt ist. Bei waagerechter Schwimmlage zerrt das Gewicht kräftig im Hohlkreuz. Abhilfe kann bereits die Reduktion der Bleimenge schaffen. Dabei sollte diese so gewählt werden, dass kein Auftrieb mit leerem Jacket zum Ende des Tauchgangs besteht. Außerdem können die Beschwerden durch geschickte Verteilung des Bleis vermieden werden. So sind modifizierte Tragesysteme sowie bleiinterierte Jackets rücken- schonende Alternativen.
So auf keinen Fall: Diese Bewegung ist extrem rückenschädigend. Foto: W. Pölzer

So auf keinen Fall: Diese Bewegung ist extrem rückenschädigend. Foto: W. Pölzer

An- und ablegen des Tauchgeräts führt zu Rückenschmerzen

Das Wuchten der schweren Tauchtaschen ist für den Rücken sehr problematisch. Weit verbreitet ist das Anlegen des auf dem Boden stehenden Gerätes, indem der Taucher dabei mit einem Arm in die entsprechende Gerätebänderung oder in die Öffnung des Jackets schlüpft. Der Rumpf ist nach vorn geneigt, die Knie sind mehr oder weniger gebeugt. Mit etwas Schwung wird dann das Gerät vom Boden aufgehoben. Gleichzeitig führt der Oberkörper eine leichte Drehbewegung aus, damit der freie Arm die entsprechenden Teile der Begurtung angeln und hineinschlüpfen kann. Über die Konsequenzen dieser Praktik machen sich die wenigsten Taucher Gedanken: Bei diesem Manöver werden unsere Bandscheiben mit mehreren hundert Kilo belastet! Da ist es im Notfall immer besser, das Tauchgerät vom Tauchpartner anheben zu lassen. Allerdings reicht man dabei den „Schwarzen Peter“ nur weiter – bei falscher Haltung wird die Wirbelsäule des Tauchpartners belastet.

Die Tauchausrüstung richtig tragen und Rückenschmerzen vermeiden

Mit wenigen Verhaltensänderungen kann die Gefahr von Rückenbeschwerden deutlich reduziert werden. Dabei sind die aufgeführten Prinzipien nicht tauchspezifisch, sondern auch allgemein auf den Alltag übertragbar.
Rückenschmerzen: So lassen sich Rückenschäden durch schwere Ausrüstungsteile vermeidenn.

Rückenschmerzen: So lassen sich Rückenschäden durch schwere Ausrüstungsteile vermeiden.

Rückenschmerzen: Gleichseitige Belastung beachten

Die Last sollte möglichst gleich verteilt sein. Ähnlich wie bei der Tauchtasche sollte die Belastung nicht einseitig erfolgen. So kann beispielsweise die Tauch asche in der einen Hand und in der anderen der Bleigür- tel getragen werden.