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Die Zwölf-Millionen-Metropole Bangkok ertrinkt im Wasser

Die Zwölf-Millionen-Metropole Bangkok ertrinkt im Wasser © Gettyimages

Aquata steht unter Wasser

Katastrophenstimmung bei Aquata: Die große Flut, die das nördlich von Bangkok gelegene Industriegebiet überschwemmt hat, setzt paradoxerweise die Produktionsstätte des Tauch- und Rettungsanzughersteller aus Velten unter Wasser. tauchen sprach mit Geschäftsführer Dr. Dressler

tauchen: Kam die Flut völlig unerwartet?

Dr. Dressler: Ja! Um das Gebiet gibt es einen 2,50 Meter hohen Flutdamm. Die schweren Regenfälle im nördlichen Thailand kumulierten vor Bangkok im Bereich einer Flussniederung. Dort staute sich das Wasser und durchbrach mit enormer Wucht die aufgeschütteten Erdwälle. Alle Firmen, hatten die Gelände mit Sandsäcken zusätzlich gesichert aber mit dieser enormen Flut hat niemand gerechnet. Das gesamte Gelände wurde am 17. Oktober durch eine 2,80 Meter hohe Flut komplett unter Wasser gesetzt. Alle 220 Firmengebäude wurden schwer beschädigt. 180 000 Menschen, die in Thailands größtem und ältestem Industriegebiet arbeiten, sind momentan ohne Arbeit. Fauliges Hochwasser bringt Krankheiten. In Thailand sind bei den monatelangen Überschwemmungen inzwischen rund 500 Menschen ums Leben gekommen.

Wie ist die Lage in ihrem Werk?  
Dr. Dressler: Das Wasser steht momentan in unserem Firmengelände zwei Meter hoch. Unser Werk liegt 40 Kilometer nördlich von Bangkok im Navanakorn Industrial Estate. Die Erdgeschoss-Fenster sind nicht mehr sichtbar und wurden teilweise eingedrückt. Wir wissen nicht, wie es innen aussieht, vermuten aber dass ein Großteil der Maschinen, Technik und Rohstoffe zerstört wurde. 

Drohen jetzt Lieferengpässe? 
Dr. Dressler: Wir haben zum Glück für das Frühjahr Lagerbestände in Deutschland aufgebaut, so das kein unmittelbarer Umsatzschaden auftreten wird. Daher wird es nicht zu Lieferengpässen kommen. Einzelne Größen können in unserem Entwicklungszentrum hergestellt werden. Kleinere Aufträge und Maßanfertigungen werden wir hier in Deutschland, in unserem Werk in Velten realisieren. Trotzdem wird es natürlich Umsatzeinbussen geben. Wir sind aber gegen alle Schäden versichert. 

Was tun sie jetzt? 
Dr. Dressler: Jetzt heißt es erstmal einen kühlen Kopf zu bewahren. Ich fliege mit einer großen Sendung mit Pumpen, Generatoren, Hochdruckreinigern, Kabel und Werkzeug ein, um Sofort-Hilfe zu leisten. Die Maschinen müssen aus dem Wasser und mit einer Ölschicht vor Korrosion geschützt werden. Da die Stromlieferung voraussichtlich erst Anfang Dezember aufgenommen wird, müssen wir uns bis dahin mit 10 Kilowatt aus Generatoren zufrieden geben.

Weitere Infos: www.aquata.de