11_2017_tauchen
Infografik zum Vorgehen unter Wasser

Infografik zum Vorgehen unter Wasser © BP

BP setzt auf „RITT“

Ein „Riser Insertion Tube Tool“ (kurz „RITT“) macht es möglich: BP kann einen gewissen Öl-Anteil aus dem Hauptleck kontrolliert an die Wasseroberfläche transportieren. Doch „RITT“ ist nicht das einzige System, auf das BP setzt

Nach Aussagen von BP wird an der versunkenen Bohrinsel „Deepwater Horizon“ weiterhin an zwei Schwerpunkten gearbeitet: Zum einen wird versucht, den Ölaustritt über Eingriffe am Sicherheitsventil (Blowout Preventer) zum Stillstand zu bringen, zum anderen soll möglichst viel des austretenden Öls aus den Lecks aufgefangen werden.
Gestern wurde das „RITT“-System – das sogenannte Riser Insertion Tube Tool – erfolgreich getestet. Dabei wurde eine spezielle Vorrichtung in die geborstene Steigleitung eingesetzt. Im Lauf des Tages gelang es dann, Öl und Gas über eine 1,5 Kilometer lange Leitung an Bord des Bohrschiffs „Discoverer Enterprise“ zu leiten. Das Öl wurde in Tanks gelagert, das aufgefangene Gas wurde kontrolliert abgefackelt. Nun ist geplant, die Durchflussrate des „RITT“-Systems allmählich zu steigern.

„RITT“ im Detail
Die Vorrichtung besteht aus einem modifizierten Rohr (rund zehn Zentimeter im Durchmesser), das in die defekte Steigleitung (das Hauptleck des Unglücksorts) eingeführt wird. Über dieses „RITT“-System wird Methanol in die Leitung eingespült, um so die Bildung von Gashydraten möglichst zu unterbinden. Die Effektivität des System ist  laut BP jedoch nur schwer einzuschätzen.

Weitere Optionen
Gleichzeitig wird an weiteren technischen Optionen gearbeitet. Auch werden weitere Lösungsansätze verfolgt, das Leck über Maßnahmen am Sicherheitsventil (Blowout Preventer) zu schließen. Dazu gehört auch die genannte beschriebene „Top Kill“-Methode, bei der in einem ersten Schritt schwere Spezialflüssigkeiten in das Bohrloch injiziert werden, um das Austreten von Öl und Gas zu unterdrücken, bevor es in einem zweiten Schritt durch das Einspritzen einer Zementmasse dauerhaft versiegelt wird. Zugleich wird daran gearbeitet, diese Vorgehensweise eventuell mit einem sogenannten „Junk Shot“ zu kombinieren, mit dem der Ölfluss durch den Blowout Preventer über das Einbringen von Materialien verschiedenster Art reduziert werden soll. BP plant, diese Methoden möglicherweise in der nächsten Woche einzusetzen.