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Gestern trat die Absaugglocke an Bord der „Joe Griffin“ ihre Reise an

Gestern trat die Absaugglocke an Bord der „Joe Griffin“ ihre Reise an © AFP/Getty Images

Die Absaugglocke ist auf dem Weg

Diese Nachrichten lassen hoffen: Im Golf von Mexiko ist die große Absaugglocke auf dem Weg zum Unglücksort. Außerdem kann ein kleiner Teilerfolg vom Einsatz der UW-Roboter vermeldet werden

Eine kleine Erfolgsnachricht kommt aus der Tiefsee: Das kleinste der drei Öllecks im Golf von Mexiko konnte von den UW-Robotern verschlossen werden. Bei diesen Arbeiten wurde zunächst das Ende eines Gestängerohres abgetrennt und anschließend ein Ventil (rund eine halbe Tonne schwer) in Position gebracht. Im Laufe der Nacht wurden Rohrende und Ventil miteinander verbunden – und das Ventil geschlossen. Der Ölaustritt ist hier also gestoppt. Wie BP sagt, wird sich dadurch zwar die Gesamtmenge des austretenden Öls wahrscheinlich nicht verringern, aber man gehe davon aus, dass sich die weiteren Maßnahmen dadurch einfacher gestalten werden.

Absaugglocke auf dem Weg
Gestern wurde die rund 100 Tonnen schwere Absaugglocke auf das Spezialschiff „Joe Griffin“ verladen. Die Fahrt bis zur Unglücksstelle der versunkenen Bohrinsel „Deepwater Horizon“ wird mit rund zwölf Stunden angegeben. Man hofft, die Glocke bis Montag über das Leck stülpen zu können, wobei das passgenaue Arbeiten in 1500 Metern Tiefe eine sehr große Herausforderung sein wird.
Schutz der Küsten
Glück haben alle Betroffenen mit dem inzwischen wieder ruhigeren Wetter. Bislang soll noch kein Öl direkt an die Küsten geschwemmt worden sein. Der Einsatz von Dispersionsmitteln konnte wieder anlaufen, und auch das Abschöpfen des Öls ist durch die ruhigere See wieder möglich. Angeblich soll auch das Abfackeln des Ölteppich wieder stattfinden. Vor Dauphine Island ist damit begonnen worden, eine spezielle Öl-Barriere aus „Hesco“-Containern aufzubauen. Wie wir von amerikanischen Medien erfahren haben, sollen diese Container unter anderem mit einer speziellen chemischen Substanz gefüllt werden, die sich verfestigt, wenn Öl in die Barriere sickert. Das erstarrte Material soll einfach und sicher zu entsorgen sein und bei Bedarf können weitere Mengen der Chemikalie in die Barriere eingebracht werden.

Muss die Literzahl des Ölaustritts nach oben korrigiert werden?
Wie der New York Times zu Ohren gekommen ist, hat ein BP-Mitarbeiter bei einem Treffen mit US-Kongressangehörigen hinter verschlossenen Türen gesagt, dass der Ölaustritt auch sehr viel umfangreicher sein könnte. Er nannte eine mögliche Zahl von 60 000 Barrels, was 10,5 Millionen Litern Öl entsprechen würde.