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Verloren auf hoher See – ein Alptraum vieler Taucher (hier bei den Brother Islands im Roten Meer)

Verloren auf hoher See – ein Alptraum vieler Taucher (hier bei den Brother Islands im Roten Meer) © P. Munzinger

Drama am Great Barrier Reef

Nach 19-stündigem (Überlebens-)Kampf im Meer sind zwei Taucher am Great Barrier Reef gerettet worden

Der Film „Open Water“ ist vielen Tauchern ein Begriff. Für zwei Taucher wurde er am vergangenen Wochenende zur bitteren Realität. 19 Stunden lang trieben der Engländer Dick Neely und seine amerikanische Tauchpartnerin Alson Dalton in den Gewässern des Great Barrier Reefs, bis sie von einem Hubschrauber entdeckt wurden. Was war passiert? Die beiden erfahrenen Tauchlehrer sind am Freitag mit einem Charterboot und sechs weiteren Tauchern an Bord zum Tauchen gefahren. Das Paar ist durch eine starke Strömung abgetrieben worden und tauchte dadurch weit entfernt vom Boot auf. Es gelang ihnen nicht, den Kapitän durch heftiges Winken auf sich aufmerksam zu machen. Nachdem die Besatzung bemerkte, dass das Paar fehlte, begannen sie die Wasseroberfläche nach ihnen abzusuchen, doch leider vergeblich. Sie alarmierten die Behörden, eine groß angelegte Suchaktion begann. Erst am Samstag wurden sie gefunden und wohlbehalten an Land gebracht. Nach Aussage der Retter hatten die beiden riesengroßes Glück, da der starke Wellengang die Suche erschwerte.
Das Paar stand Todesängste aus, da es in einem haireichen Gewässer trieb. Es band sich mit den Bleigurten aneinander fest, so dass sich die beiden nicht verlieren konnten. Zudem versuchten sie, sich durch Gespräche bei Bewusstsein zu halten. Seit dem tödlichen Unfall 1998, der Grundlage des Films „Open Water“, wurden die Sicherheitsstandards für Tauchausfahrten am Great Barrier Reef verschärft. So soll verhindert werden, dass kein Taucher noch einmal im Meer vergessen wird.