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Das Buchcover

Das Buchcover © Kosmos

Exklusiv vorab Erscheinen: Leseprobe aus „Mein Taucherhaus“

Ab Februar ist der Roman „Mein Taucherhaus“ im Handel, doch bei uns könnt ihr schon vorher einmal hineinschnuppern

Der 208 Seiten lange Roman „Mein Taucherhaus“ ist eine waschechte Aussteiger- und Tauchergeschichte: Autorin Susanna el-Daly erzählt, wie sie sich mit ihrem Taucherhaus einen Lebenstraum verwirklicht hat. Sie bricht alle Zelte in Deutschland ab und erwirbt mit ihrem damaligen Mann einen Zweimaster in Hamburg. Drei Jahre lang fuhr sie auf diesem Schiff Tauchgäste zu den schönsten Spots des Mittelmeeres. Schließlich kam sie in Hurghada/Ägypten zur Ruhe, gründete drei Tauchschulen und schließlich auch „Susannas Taucherhaus“. Mit viel Begeisterung und Humor erzählt sie von den Abenteuern und Problemen, die sie während ihres Existenzaufbaus erlebt hat.
Das Buch aus dem Kosmos-Verlag wird im Februar im Handel erscheinen und kostet 19,95 Euro. Wer bis dahin nicht warten möchte, kann das Buch während der „boot“ bei uns am tauchen-Stand erwerben (Halle 3, C50). Noch ein Tipp: Die Autorin wird am 23. Januar 2009 um 10.40 Uhr am Tauchturm sein.
Auszug aus „Mein Taucherhaus“:

„Ein eigenes Schiff – wir müssen es nur finden“

Noch so ein Spinner, dachte ich, als mir Walter aus irgendeinem seiner Yachtblättchen die Anzeige eines Brokers auf Mallorca vorlas. Das Schiff, das er anpries, klang fast zu gut, um wahr zu sein. Trotzdem flogen wir hin. Wieder ein Hafen. Wieder viele, viele Schiffe. Das, von dem in der Anzeige die Rede war, stand gar nicht zur Verfügung, wie sich herausstellte. Nicht mehr, sagte der Broker leichthin. Wahrscheinlich hat es gar nie nicht existiert, dachte ich mir wütend. War sicher nur ein Lockvogel. Wieder nichts für uns.
Ich muss auf den armen Mann losgegangen sein wie eine Furie. Meine ganze Enttäuschung schüttete ich über ihn aus. Den ganzen Frust über die ewige Sucherei. Die Wut über die vergebliche Reise. Die Angst, unseren Traum begraben zu müssen, bevor er richtig begonnen hatte. Er platzte einfach aus mir heraus, der Traum von unserer Zukunft. Von unserem Schiff, der zukünftigen Heimat auf Zeit von Menschen, die sich dem Wasser verschworen hatten, die nur eines wollten: tauchen, die Schwerelosigkeit spüren, die Unterwasserwelt erleben, die Geheimnisse des Meeres entdecken – so, wie nur wir es ihnen bieten konnten. „Aber dazu brauchen wir ein Schiff bezahlbar muss es sein und es macht auch nichts, wenn es noch instand gesetzt werden muss wir sind handwerklich sehr geschickt „
„Ich wüsste da vielleicht etwas für Sie.“ Der Broker plapperte und plapperte und irgendwie meinte ich,
das Wort „Kriegsschiff“ gehört zu haben. „Versprechen kann ich Ihnen im Moment noch nichts, die Verhandlungen laufen gerade. Es darf doch ein Fifty-Fifty sein?“ „Wie Fifty-Fifty?“ „Na, ein Motorsegler.“ „Ja, klar, sicher. Genau so einen suchen wir doch.“ „Zweimaster, Länge fünfunddreißig Meter, Breite sieben Meter, Tiefgang zwei zwanzig. Wäre das okay für Sie?“
Ja was wusste denn ich schon. „Bestimmt. Wenn Sie meinen.“ „Gut. Ich melde mich dann bei Ihnen. Sie können sich darauf verlassen. Geben Sie mir doch am besten die Telefonnummer Ihres Hotels“, meinte der Broker. Wahrscheinlich wollte er uns nur so schnell wie möglich loswerden.
„Wirst sehen, ist bestimmt wieder so ne Luftnummer“, sagte ich zu Walter. „Aber ist jetzt auch egal. Nun sind wir schon mal hier. Lass uns erst mal die Insel erkunden.“ Wir mieteten uns einen Wagen und fuhren ein bisschen herum. Mallorca gefiel mir wirklich gut. Und das überraschte mich doch sehr, denn ich hatte mir ein gepflegtes Vorurteil über die „Hausfraueninsel“ zugelegt, wie so viele damals. Aber nein, ich war einem Irrtum erlegen. Mallorca ist wirklich zauberhaft. Saftig grüne Buchten, angenehmes Klima. Gute kleine Lokale, nette Leute. Und dabei vom heimatlichen Flughafen aus so schnell zu erreichen. Auf der Rückfahrt wurde ich unerklärlicherweise sehr nervös. Wenn der Broker uns vielleicht doch nicht zu viel versprochen hätte?
„Hat jemand für uns angerufen?“, fragte ich an der Rezeption, sobald wir wieder im Hotel waren. „Nein, leider nicht.“ Natürlich nicht. Doch wieder nur so ein Schwätzer. Ich hatte es mir doch gleich gedacht. Als ich am späten Abend die Rechnung unserer kurzen Balearen-Reise überschlug, wusste ich schon, dass sie nicht anders lauten konnte als: Außer Spesen nichts gewesen. Wieder mal.