Der Titel von TAUCHEN September 2017
Der Präsident der King Abdulaziz University Prof. Osama Tayyeb mit IFM-GEOMAR-Direktor Prof. Peter Herzig und hochrangigen Vertretern der King Abdulaziz University vor dem Forschungsschiff „Poseidon“ in Jeddah (von links nach rechts)

Der Präsident der King Abdulaziz University Prof. Osama Tayyeb mit IFM-GEOMAR-Direktor Prof. Peter Herzig und hochrangigen Vertretern der King Abdulaziz University vor dem Forschungsschiff „Poseidon“ in Jeddah (von links nach rechts) © M. Dengler

Forschungsprojekt im Roten Meer gestartet

Startschuss für ein deutsch-saudisches Forschungsprojekt im Roten Meer. Saudi-Arabien unterstützt die auf neun Jahre angesetzte Studie mit 6,4 Millionen Euro. Die wissenschaftliche Expertise stammt aus dem IFM-Geomar in Kiel

Der Direktor des Kieler Leibniz-Instituts fur Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), Professor Peter Herzig, der Kapitän der „Poseidon“, Matthias Gunther, und der Projektleiter, Dr. Warner Bruckmann, waren von der Eröffnungsveranstaltung mit mehr als 100 geladenen Gästen im Hafen der saudi-arabischen Stadt Jeddah sehr beeindruckt. Neben dem Präsidenten der King Abdulaziz University Prof. Osama Tayyeb, dem stellvertretenden Präsidenten der Universität und dem Leiter des Jeddah Transect Steering Committees Prof. Ali Aidaroos besuchten weitere hochrangige Persönlichkeiten das Forschungsschiff „Poseidon“. Präsident Tayyeb ließ sich vor Ort von der Schiffsfuhrung und anwesenden Projektmitarbeitern uber die geplanten Untersuchungen und das wissenschaftliche Instrumentarium der „Poseidon“ unterrichten. In den kommenden zwei Monaten werden in drei Fahrtabschnitten saudi-arabische und Kieler Meeresforscher gemeinsam biologische, geologische und geophysikalische Studien von der Kuste bis zur zwei Kilometer tiefen „Grabenachse“ des Roten Meers durchfuhren.

Das Rote Meer – ein einzigartiges Biotop
Das Rote Meer ist fur Meeresforscher eine weltweit einzigartige Region. Das bis zu 360 Kilometer breite und etwa 2240 Kilometer lange Randmeer ist ein neu entstehender Ozean, in dem die gleichen Bedingungen herrschen wie vor vielen Millionen Jahren im sich öffnenden Atlantik. Gesäumt von artenreichen Korallenriffen stellt der mehr als 2000 Meter tiefe Grabenbruch auch ein einzigartiges Biotop dar. Fur ausländische Forscher war es bislang aber oft schwierig, dort zu arbeiten. Mit der nun getroffenen Kooperation zwischen dem IFM-GEOMAR und der King Abdulaziz University erhalten die Kieler Forscher die Möglichkeit, umfangreiche Forschungsarbeiten im Roten Meer durchzufuhren. Das Gesamtprojekt hat eine Laufzeitvon neun Jahren, unterteilt in drei Phasen. Das „Jeddah Transect Project“ spannt einen Bogen von Untersuchungen zum Kustenschutz, zur Ökologie von Lebensgemeinschaften von Korallen und Fischen, zur Freisetzung von Gasen und Fluiden an submarinen Hängen bis zur Untersuchung der tiefen Becken im Zentrum des Roten Meers (Atlantis II-Tief), in denen erzhaltige Lösungen große Metallerzlagerstätten bilden.

Gute Partnerschaft
Die King Abdulaziz University fördert das Projekt in der ersten Phase mit einer Summe von 6,4 Millionen Euro, das IFM-GEOMAR bringt neben wissenschaftlicher Expertise seine technischlogistische Unterstutzung in die Partnerschaft ein und wird sich in der Ausbildung von saudischen Studenten und Postgraduierten vor Ort engagieren. Die Gesellschaft fur Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist Partner fur die administrative Abwicklung des Projektes in Saudi-Arabien. „Das ‚JeddahTransect Project‘ eröffnet uns neue Chancen in dieser fur die Meeresforschung so uberaus attraktiven Region, wissenschaftliche Fragen mit einer großen Bandbreite zu bearbeiten“, so IFM-GEOMAR Direktor Professor Peter Herzig während des Festakts in Jeddah. „Wir freuen uns uber die nun beginnende Kooperation und sind auf die Ergebnisse der ersten Expeditionen gespannt“, so Herzig weiter.