Der Titel von TAUCHEN September 2017
Die letzten Westpazifischen Grauwale werden durch seismische Ölbohrungen bedroht

Die letzten Westpazifischen Grauwale werden durch seismische Ölbohrungen bedroht © IFAW

Geplante Ölplattform bedroht seltene Grauwale

An Russlands Pazifikküste gibt es noch 130 Westpazifische Grauwale. Diese kleine Population und die wichtigen Nahrungsgründe sind bedroht. Shell plant seismische Tests, um Ölfelder ausfindig zu machen

Die Sakhalin Investment Company mit Shell als Miteigentümerin hat angekündigt, eine weitere große Ölplattform in den Nahrungsgründen der letzten Westpazifischen Grauwale zu bauen. „Die Westpazifischen Grauwale sind extrem vom Aussterben bedroht“, erklärt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Es gibt von ihnen nur noch 130 Individuen, davon sind gerade mal 30 fortpflanzungsfähige Weibchen. Jeder weitere Verlust bedeutet höchstwahrscheinlich das Aussterben dieser Population“. Die Hauptnahrungsgründe der Wale liegen vor der Insel Sachalins an der Pazifikküste Russlands. In derselben Region operieren schon mehrere Öl- und Gasbohrinseln. Für die Grauwale sind diese Nahrungsgründe überlebenswichtig. Sie müssen sich dort genug Reserven anfressen, um die lange Wanderung zu den Geburtsplätzen und zurück zu überstehen. Außerdem lernen die Kälber in der flachen Lagune von Sachalin von ihren Müttern, wie sie auf dem Meeresboden nach Nahrung suchen müssen.
Schon im Sommer 2011 sollen seismische Test den genauen Standort der Ölfelder feststellen. Sehr laute Schallpulse werden dafür auf den Meeresgrund geschossen. Diese sind eine extreme Belastung für die Tiere. Drei ähnliche Tests wurden im Sommer 2010 in derselben Gegend durchgeführt. „Schon letzten Sommer wurden die Wale durch die seismischen Test massiv gestört, wir wissen aber nicht, wie stark die Auswirkungen auf die Tiere waren. Erst wenn sie dieses Jahr nach Sachalin zurückkommen, können wir das wirklich beurteilen“, erklärt Masha Vorontsova, Leiterin des IFAW in Russland. „Will Shell seine Umweltverantwortung glaubwürdig annehmen, sollte Shell diese Pläne sofort ändern“, fordert Sonntag. Mer Infos findet ihr auf www.ifaw.org