Der Titel von TAUCHEN September 2017
Christian Brückl vom Reiseveranstalter Lagona Travel

Christian Brückl vom Reiseveranstalter Lagona Travel © F. Schneider

Halle 3 zwischen Hoffen und Bangen

Die politische Situation und Entwicklung in Ägypten ist auch auf der „boot“ das Gesprächsthema Nummer eins. Denn das Rote Meer als das Reiseziel Nummer eins für deutsche Taucher ist der wichtigste Markt für die gesamte Tauchbranche

Handys liegen griffbereit in Reichweite oder sind ständig am Ohr, Neuigkeiten verbreiten sich in Windeseile durch die Taucherhalle 3, die Gerüchte brodelt auf der Düsseldorfer „boot“: Das Thema Ägypten ist in aller Munde. Die Branche blickt dabei mit sorgenvollen Mienen auf den nordafrikanischen Staat und dessen Top-Tauchziele auf dem Sinai, im Norden mit den Hochburgen Hurghada und Safaga sowie im Süden mit Marsa Alam und Hamata. „Es musste etwas passieren mit der Regierung, keine Frage. Und die politischen Umwälzungen werden sich auch auf den Tourismus auswirken“, sagt Christian Brückl von Lagona Divers. „Allerdings denke ich aber auch, das ist der positive Aspekt an dieser Sache, dass unser Markt nicht so stark betroffen sein wird, da die Taucher krisenresistenter sind als Bade- oder Kulturreisende.“
Stefan Reichl, Hoteldirektor im Taucherhotel The Breakers in der Soma Bay bei Safaga, hofft, dass „die Situation sich baldmöglichst beruhigt. Momentan aber ist es noch schwierig, genaue Vorhersagen über die Entwicklung zu treffen. Bis gestern war glücklicherweise der Tourismus in der Region nicht betroffen, wie ich von meinem Hotelmanager per Telefon erfahren habe“. Flüge in die Touristenzentren wurden bis gestern von den Airlines nicht gestrichen, Verbindungen nach Kairo sollen jedoch bereits gecancelled worden sein.
Monika Richter von Orca Reisen sind man dagegen die Anspannung an. „Ägypten ist unser wichtigster Markt. Eine Verschärfung der Krise hätte dramatische Folgen. Alles hängt jetzt davon ab, ob das Auswärtige Amt eine Reisewarnung herausgibt. Dann können nämlich Kunden ihre Reisen stornieren.“ Für den Fall hat Christian Brückl schon den Plan B in der Tasche: „Wir haben schon etliche Evakuierungsflüge gebucht.“

Nachtrag
Im Internet haben wir bei Reuters eine Meldung zu den Flugverbindungen gefunden. Demnach wurde ein Flug nach Kairo gestrichen und einige weitere verschoben. Laut Lufthansa liefe der Betrieb am Flughafen in Kairo nach bisherigen Erkenntnissen normal – der Flughafen in Kairo liegt außerhalb des Stadtzentrums. Wer mehr wissen möchte: Hier geht’s zur Reuters-Meldung „Internationale Airlines reagieren auf Lage in Ägypten“.