Der Titel von TAUCHEN September 2017
Löscharbeiten am 20. April 2010. Elf Arbeitskräfte werden noch vermisst

Löscharbeiten am 20. April 2010. Elf Arbeitskräfte werden noch vermisst © U. S. Coast Guard/Getty Images

Ölkatastrophe bedroht Golf von Mexiko

Gestern ist die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ nach einem Brand und einer Explosion im Meer versunken. Nun droht dem Golf von Mexiko eine Ölpest! Der WWF mahnt: Ölplattformen sind ein unkalkulierbares Risiko für Mensch und Meer

Die mobile Offshore-Bohrplattform „Deepwater Horizon“ stand nach einer Explosion am 20. April 2010 in Flammen. Gestern versank sie vor der Küste von Louisiana in den Golf von Mexiko. Nun droht eine Ölkatastrophe: Millionen Liter Rohöl könnten aus der Plattform in den Golf gelangen.
Die steigende Anzahl von Offshore Öl- und Gasförderungen stellt ein unkalkulierbares Risiko dar, warnt der WWF anlässlich der erneuten Ölkatastrophe. „Naturschutz muss Priorität vor kurzfristigen Förderinteressen bekommen, um derartige Katastrophen künftig zu vermeiden“, erklärt Stephan Lutter, Experte für Meeresschutz des WWF. Entscheidend sei außerdem eine konsequente Einhaltung der bestehenden Vorschriften, um Mensch und Meer zu schützen. Erst vor kurzem hatte US-Präsident Obama bislang geschützte Abschnitte an den US-Küsten für neue Öl- und Gasbohrungen freigegeben.
Öl tötet langsam
„Einmal im Meer tötet Öl still und langsam“, so Stephan Lutter. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass die Millionen Liter Öl aus der Plattform austreten. Eine weitere Gefahr drohe dem Golf von Mexiko, wenn die Plattform jetzt Leck geschlagen habe. „Manchmal dauert es Wochen, ein Leck zu schließen und währenddessen können jeden Tag mehrere Tausend Tonnen Öl austreten“, so Lutter weiter.
Wie hoch die Unfallgefahr bei Ölplattformen ist und welche langfristigen Umweltschäden sie anrichten, zeigte erst im Oktober 2009 ein Bohrunfall auf einer australischen Förderplattform in der Timorsee. Mehr als zwei Millionen Liter Rohöl sind dort ausgetreten. Zehn Wochen lang scheiterten alle Versuche, ein Leck an der Plattform zu schließen. Nach Schätzungen traten in der ökologisch sensiblen Region täglich ungehindert 300 bis 400 Barrel Öl aus. Auch die Nachwirkungen der „Exxon-Valdez“-Katastrophe seien nach über 20 Jahren noch heute zu erkennen. Weitere Infos: www.wwf.de