Der Titel von TAUCHEN September 2017
Der Heringshai wird drei Meter lang und kommt auch in der Nordsee vor

Der Heringshai wird drei Meter lang und kommt auch in der Nordsee vor © NOAA/Wikipedia

Startschuss für die Welt-Artenschutzkonferenz in Doha

Heute beginnt in Doha die 15. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner
Artenschutzübereinkommens (CITES). Unter anderem wird über den Fortbestand von Weißspitzen-Hochseehaien, Bogenstirn-Hammerhaien, Herings- und Dornhaien entschieden

„Es ist fünf vor zwölf!“, mahnt Dr. Ralf Sonntag, Direktor des Internationalen Tierschutz-Fonds in Deutschland (IFAW), in einem Gespräch mit tauchen. Es geht um den Schutz von Haien, für die auf der Artenschutzkonferenz in Doha (Emirat Katar) Anträge zum Schutz gestellt werden. Vom 13. bis zum 25. März 2010 tagen, diskutieren und streiten 5000 Menschen aus 175 Mitgliedsländern, die alle dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) angehören, über den Handel von bedrohten Tier- und Pflanzenarten. In diesem Jahr gibt es besonders viele Anträge für Meerestiere.
Schweden und Palau haben Anträge eingereicht für Dorn- und Heringshaie. Besonders die Dornhai-Population ist bedroht, die Bestände im Nordost-Atlantik sind um 90 Prozent zurückgegangen. Beide Haiarten landen getarnt als Schillerlocke, Seeaal, Kalbfisch oder Seestör auch auf unseren Verkaufstheken. Beide Haie sollten bereits bei der letzten Artenschutzkonferenz 2007 auf Anhang 2 gesetzt werden, aber es fehlte die nötige 2/3-Mehrheit. Besonders die Fischereinationen Norwegen, Kanada, Argentinien, Australien und Neuseeland haben sich gegen den Schutz des Dorn- und Heringshais entschieden. Die USA und Palau haben auch Anträge für Weißspitzen-Hochseehaie und Bogenstirn-Hammerhaie gestellt. Beide Arten wurden so massiv befischt, dass die Bestände auch hier um bis zu 80 Prozent geschrumpft sind. Die Flossen beider Haiarten sind in China ganz besonders beliebt.
Damit Hammerhai- und Weißspitzen-Hochseehai-Flossen nicht unter dem Pseudonym anderer Haiarten angelandet und verkauft werden können, sollen auch gleich vier weitere Haiarten, deren Flossen denen der Hammerhaie und Weißspitzen-Hochseehaie sehr ähnlich sehen, unter Schutz gestellt werden. Ralf Sonntag betonte uns gegenüber noch einmal, wie wichtig es sei, Haie artspezifisch zu managen. „Wenn es uns gelingt, die Haie auf die Liste 2 zu setzen, sind die Händler und Märkte gezwungen, genauer hinzuschauen, was ihnen da unter die Hände kommt. Außerdem helfen die so aufgenommen Daten dabei, die Bestands-Entwicklungen besser im Blick zu haben“, so Sonntag weiter. 2002 wurden bereits erfolgreich Walhaie und Riesenhai auf den Anhang 2 des Artenschutzübereinkommens gestellt. Bleibt nun zu hoffen, dass auch die anderen Haiarten vor der Ausbeutung geschützt werden. Wir bleiben auf jeden Fall dran und informieren euch, sobald es Entscheidungen in Doha kommt. Weitere Infos findet ihr auf www.ifaw.de.