11_2017_tauchen
Ein Notruf verläuft immer über mehrere Stationen (weitere Infos gibt’s beim Klick aufs Bild)

Ein Notruf verläuft immer über mehrere Stationen (weitere Infos gibt’s beim Klick aufs Bild) © Seareq

Tauchlehrer der IDA erhalten Ausbildung in Seenotrettungssystemen

IDA (International Diving Association) ist der erste Tauchsportverband,
der seine Tauchlehrer über Seenotrettungssysteme ausbildet. Unterstützt wird das neue Seminar von Seareq, die Sicherheits- und Rettungsequipment herstellen. Gespräche mit anderen Tauchsportausbildungsorganisiationen, dieses Ausbildungsthema anzubieten, laufen

Egal, ob es sich um 1*-, 2*- oder 3*-Instructoren handelt, das Thema wird an alle herangetragen. Die Seminarteilnehmer erhalten wichtige Informationen über die unterschiedlichen Rettungssysteme, die für Notfälle auf See entwickelt wurden. Begriffe wie internationale Notruffrequenz 121,5 MHz und 406 MHz, Kanal 16, EPIRB und vieles mehr werden in einer für Taucher wichtigen Zusammenfassung vermittelt.
„Auf den ersten Blick erscheint dieses Thema zunächst nicht so wichtig, wenn man als Tauchlehrer in deutschen Süßwasserseen seine Ausbildung betreibt“, erläutert Peter Klammroth, IDA-Vizepräsident und Leiter für Aus- und Weiterbildung am IDA College in Köln, diesen neuen Schritt. „Aber viele unserer Instructoren sind ja auch im Ausland tätig und jeden Tag auf See, beziehungsweise sind wir alle doch immer wieder mal im Urlaub auf einem Tauchsafarischiff. Und auf jedem Schiff befindet sich zum Beispiel ein EPIRB, aber welcher Tauchlehrer weiß schon, was das ist, wie es funktioniert und wann es überhaupt zum Einsatz kommt?“
Der Vorstoß von IDA wird von dem Unternehmen Seareq, das Sicherheits- und Rettungsequipment vertreibt, unterstützt. Der Hersteller vom „Enos“-System hat in den vergangenen Jahren immer wieder die Erfahrung gemacht, dass sich nur wenige Taucher auf dem Gebiet Seenotrettungssysteme auskennen. „In kaum einem anderen Thema existieren so viele Missverständnisse und falsche Vorstellungen, wie bei diesem“, stimmt Karl Hansmann, Inhaber von Seareq, Peter Klammroth zu. „Es ist erschreckend, wie viele Tauchlehrer der Meinung sind, dass ein Notruf über die GPS-Satelliten weitergeleitet wird. Diesen technischen Unsinn haben wir sogar schon von europäischen Kapitänen gehört, die im Roten Meer tätig sind! So etwas von einem Kapitän zu hören, ist eine Katastrophe, den Tauchlehrern kann man aber keinen Vorwurf machen, weil sie bisher nie in diesem Bereich ausgebildet wurden. Da war es für uns selbstverständlich, dass wir diese Initiative von IDA unterstützen.“

In dem neuen Seminar ist das umfangreiche Thema auf die für Tauchlehrer wichtigen Kriterien reduziert. Eine kurze Einleitung über die beiden Technologien Funk und Satelliten stellt das Grundverständnis her, um anschließend die unterschiedlichen Funktionsprinzipien der jeweiligen Rettungssysteme zu erläutern. Denn nicht jedes Rettungssystem ist für jede Notsituation geeignet – und nicht jedes funktioniert überall auf der Welt. Die gesamte Ausbildung besteht dabei aus zwei Teilen: allgemeine Information über Rettungssysteme (hier werden Begriffe erläutert wie Kanal 16, Kanal 70, EPIRB, ENOS®, CospasSarsat, Inmarsat, Leosat, GeoSat, GPS, GSM, IMO, UN, SOLAS, 406 MHz, 121,5 MHz und andere sowie erläutert, für welche Zielgruppen und Zwecke sie entwickelt wurden) und spezifische Ausbildung am „Enos“-System. Für IDA-Tauchlehrer ist das Seminar kostenfrei. Gespräche, dieses Seminar auch über andere Tauchsportausbildungsorganisationen anzubieten, laufen. In Kürze sollen zum Beispiel auch der VIT und der VDST Seminare veranstalten. Weitere Infos: www.seareq.de und www.ida-worldwide.com