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Das Kreislauftauchgerät „Discovery MkVI“ von Poseidon

Das Kreislauftauchgerät „Discovery MkVI“ von Poseidon © Poseidon

Tauchunfall mit Kreislauftauchgerät

Am 23. Juni 2009 verunfallte ein Taucher mit dem Rebreather „Discovery MkVI” von Poseidon. Was war passiert?

Der Unfall ereignete sich nach zwei Testtauchgängen mit dem noch nicht in Deutschland erhältlichen Kreislaufgerät „Discovery MkVI“. Nachdem der Taucher zwei Tauchgänge ohne Probleme absolviert hatte und sich wieder auf dem Tauchboot befand, ging er noch einmal ins Wasser und schwamm um das Boot herum. Nach wenigen Atemzügen wurde er ohnmächtig und wurde von der restlichen Mannschaft aus dem Wasser gezogen. Nach der Gabe von Sauerstoff erholte er sich wieder, wurde aber trotzdem zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht.

Was war passiert?
An der Oberfläche schaltete das Kreislaufgerät in den Oberflächenmodus (No Dive Modus). Solange sich das Gerät in diesem Modus befindet, ruht der Sauerstoffsensor und es findet keine Sauerstoffüberwachung statt. Beim Tauchen und einem Druck über 30 Millibar schaltet sich das Gerät automatisch ein und überprüft und regelt die Sauerstoffversorgung. Da sich der Taucher aber an der Oberfläche befand und über den nicht aktivierten Kreislauf atmete, konnte es einer Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) kommen, weswegen der Taucher sein Bewusstsein verlor. Nun soll die Software überarbeitet werden, so dass die Elektronik sofort den Sauerstoffgehalt überprüft, sobald das Mundstück in den geschlossenen Kreislaufmodus gedreht wird. Bemerkenswert ist allerdings das Vorgehen der Firma Poseidon. Obwohl der Taucher nach kürzester Zeit wieder wohlauf war, wurde der Unfall sofort der Polizei gemeldet und der Vorfall auf der Webseite von Poseidon veröffentlicht. Bei Testtauchgängen kann es immer wieder zu Unfällen kommen, aber kaum ein Hersteller hat solch einen Fall bisher öffentlich gemacht. Weitere Details über den Unfall und der Fehleranalyse gibt es auf www.poseidon.se unter „Safety Information“.