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Ein springender Buckelwal. Noch sind die Bestände vor den Walfängern geschützt

Ein springender Buckelwal. Noch sind die Bestände vor den Walfängern geschützt © Wanetta Ayers/Wikipedia

Walfang soll legalisiert werden

Der Internationalen Walfangkommission (IWC) liegt ein Vorschlag vor, der die Aufhebung des Walfangverbots beinhaltet. Das könnte bedeuten, dass bereits in diesem Jahr die grausame Jagd auf die Meeressäuger beginnt!

Im Februar 2010 wurde ein Vorschlag der Internationalen Walfangkommission (IWC) bekannt, der die Legalisierung des Walfangs, zumindest für die nächsten zehn Jahre, zur Folge hätte. Damit würde das seit 1986 geltende Walfangverbot (Moratorium) aufgehoben. Trotz des bestehenden Walfangverbots betreiben Japan, Norwegen und Island kommerziellen Walfang. Japan hatte in den vergangenen Jahren einige Länder für die IWC rekrutiert, die Japan gegenüber freundlich gestimmt sind. Japans Ziel: Die Stimmenmehrheit bei den Abstimmungen zu erreichen und das Walfangverbots kippen. Obwohl Japan dies bisher nicht erreicht hat, hat es die inzwischen 88 Länder zählende IWC in Walfang-Befürworter und Walschutz-Länder gespalten. Einige Länder erachteten die Situation in der IWC als unhaltbar. Eine „kleine Arbeitsgruppe“ wurde eingerichtet und 2009 eine zusätzliche, noch kleinere, „Unterstützergruppe“. Die aus zwölf Ländern, darunter auch Deutschland, die USA, Japan, Norwegen und Island bestehende „Unterstützergruppe“ erarbeitete mehrere Monate lang einen Vorschlag, der einen Kompromiss zwischen den Walfangländern und den Walschützern darstellen soll, und stellte ihn der „kleinen Arbeitsgruppe“ am 2. bis 4. März 2010 vor. Schon auf der Vertragsstaatenkonferenz der IWC im Juni könnte das Papier verabschiedet werden.

Kompromiss oder Verrat
Der Vorschlag sieht einen legalisierten Walfang für die nächsten zehn Jahre vor und stellt damit faktisch eine Walfanggarantie dar. Somit soll der Walfang von Norwegen, Island und Japan angeblich wieder unter die Kontrolle der IWC gelangen. Bisher bestimmen die drei Nationen ihre Walfangquoten selber. Laut Vorschlag soll die Quote dann von der IWC bestimmt werden. Die Walfangländer haben aber schon angekündigt, dem Vorschlag nur zuzustimmen, wenn sie die von ihnen gewünschte Jagdquote bekommen.

„Der Vorschlag liest sich wie ein langfristiges Schutzprogramm für Walfang, den Walen hilft er allerdings nicht,“ kommentiert Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Direktor des IFAW Deutschlands. „Das Papier wurde hinter verschlossenen Türen ausgeklüngelt. Es legalisiert den Walfang und hebelt den Schutz im antarktische Walschutzgebiet aus. Dieser Vorschlag ist letztendlich eine Belohnung der Walfangländer für ihr beharrliches Ignorieren der IWC. Für einen garantierten und legalisierten, auf zehn Jahre festgeschriebenen Walfang machen die Walfangländer Island, Norwegen und Japan kurzfristige und unbedeutende Zugeständnisse. Deutschland darf nicht zulassen, dass der unnötige und grausame Walfang auf diesem Wege legalisiert wird.“

Aktiv werden !
Der IFAW organisiert eine große Protestaktion, bei der du mit einer Protest-Mail an die Bundesministerin Ilse Aigner mitmachen kannst. Die bereits fertige Mail findest du hier. Weitere Infos über den streitbaren Vorschlag und die Gegenargumente findest du auf www.ifaw.org/ifaw_germany. Mimachen lohnt sich, denn jede Stimme zählt!