Titel der 10/18
Drückerfische können beim Tauchen sehr aufdringlich werden.

Drückerfische können beim Tauchen sehr aufdringlich werden. © Wolfgang Pölzer

Verletzungen durch Quallen, Fische und Co.: Bisse und Stiche richtig behandeln

Die Bade- und Tauchsaison steht in den Startlöchern, und mit ihr auch die Gefahr, Verletzungen durch Quellen, Fische und andere Meerestiere zu erleiden. Wir zeigen, welche Tiere wirklich gefährlich sind, geben Erste-Hilfe-Tipps und erklären, wie man Biss und Stiche richtig behandelt.

Wenn es nichts Spannendes zu berichten gibt, bringt die Boulevardpresse gerne Horrorgeschichten von Haiattacken auf die „bunte Seite“, um die Auflage zu steigern. Auch manche Narbe von vermeintlichen Rochen- oder Muränenangriffen sind häufig Taucherlatein. Tatsächlich sind Unfälle beim Tauchen ausgesprochen selten und lassen sich nahezu vollständig verhindern, wenn man sich an wenige Verhaltensregeln hält. Kein Tier attackiert nämlich grundlos, sondern benutzt seine Waffen, seien es Zähne, Stacheln oder Gift, ausschließlich zur Selbstverteidigung – Unfälle mit Quallen einmal ausgenommen.

Riesendrückerfische verteidigen ihr Revier äußerst hartnäckig (Foto Wolfgang Pölzer).

Riesendrückerfische verteidigen ihr Revier äußerst hartnäckig (Foto Wolfgang Pölzer).

Bissattacken von Fischen

Nichttaucher oder Anfänger denken in erster Linie an Haie, wenn über gefährliche Meerestiere gesprochen wird, doch haben auch Barrakudas oder Muränen einen ausgesprochen schlechten Ruf. Jedoch sind Zwischenfälle ausgesprochen selten und häufig selbst oder durch Dritte provoziert. Tatsächlich gehen die meisten Bissattacken auf Taucher, und hier vor allem auf die Beine, auf das Konto von großen Drückerfischen. Diese Fische gelten besonders während der Brutpflege als ausgesprochen aggressiv und verteidigen ihr Revier mit ungestümen Angriffen auf den Eindringling. Ein Biss der vier kegelförmigen Zähnen eines Titan-Drückers erzeugt unter 5-mm-Neopren meist nur blaue Flecken, ungeschützt aber stark blutende Wunden. Kommt es also trotz aller Vorsicht zu stärkeren Bissverletzungen, so haben Schmerz, Schreck und Blutverlust in vielen Fällen eine Schocksymptomatik zur Folge, so dass im schlimmsten Fall das Ertrinken droht. Als wichtigste Rettungsmaßnahme steht daher die rasche Bergung aus dem Wasser im Vordergrund. Danach muss umgehend die Versorgung der Wunden erfolgen, also durch Verbinden oder gar durch Anlage eines Druckverbands bei stark blutenden Wunden.